"Die Türkei ist der gesunde Mann Europas", sagte Gül an einem "Runden Tisch" vor den Medien im Hotel "The Dolder Grand". Im ersten Quartal 2010 sei die Wirtschaft in der Türkei um elf Prozent gewachsen. Die Inflationsrate sowie die Arbeitslosenquote sinke.

Das seien gute Gründe, um in die Türkei zu investieren und mit dem Land Geschäfte zu machen, sagte Gül. Sein Land verfüge über eine solide Infrastruktur. Es diene dank seiner geografischen Lage als Drehscheibe zwischen Ost und West sowie Europa und Asien.

Un die Beziehungen zu stärken will sich Gül besonders für eine rasche Ratifizierung des Doppelbesteuerungsabkommens stark machen. Das Abkommen nach OECD-Standard haben die Schweiz und die Türkei im letzten Jahr abgeschlossen.

Türkei als "führende Macht"

Gegenwärtig seien über 450 Schweizer Unternehmen in der Türkei tätig, ergänzte der Präsident. Für die weitere Entwicklung dieser Beziehungen spiele auch die türkische Gemeinschaft in der Schweiz eine wichtige Rolle.

Schweizer Firmen sollten vermehrt Geschäfte mit seinem Land machen, sagte Gül. Das ist auch der Wunsch des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse. Die Türkei sei in ihrer Region mehr denn je die "führende Macht", sagte Gerold Bührer, Präsident von Economiesuisse, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Das Land biete für Schweizer Unternehmen aus der Chemie-, der Pharma-, der Maschinen- sowie der Umwelttechnik-Branche "interessante Investitionsmöglichkeiten".

Gegenwärtig fliessen Schweizer Investitionen im Wert von drei Milliarden Franken in die Türkei. "Die Direktinvestitionen werden in den nächsten Jahren deutlich zunehmen", fügte Bühler an.

Grosse Herausforderungen bei der Umwelttechnik

Das Exportpotential könne noch stärker ausgeschöpft werden, sagte auch die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard, die ebenfalls am Treffen teilnahm.

Es sei eine "Ehre", dass mit Gül zum ersten Mal ein türkischer Präsident in der Schweiz weile. Das Treffen könne die Handelsbeziehungen voranbringen. Angesetzt werden könne unter anderem im Tourismus oder bei der Umwelttechnik.

Der Schweiz wie der Türkei stünden in diesem Bereich grosse Herausforderungen bevor. Die beiden Länder wollten nicht nur debattieren, sondern sich für Lösungen starkmachen, sagte Leuthard anlässlich des Cleantech-Forums.