Nach der flüchtigen 32-jährigen Gefängniswärterin Angela Magdici wendet sich auch der verurteilte Vergewaltiger Hassan Kiko per Videobotschaft zu Wort. Er sitzt am selben Esstisch, wie zuvor Magdici, im Hintergrund an der Wand hängt ein Rosenkranz. Ein Indiz, dass sich die beiden in einem christlichen Land aufhalten? Dass sie von der Schweiz aus nach Italien gefahren sind, ist bekannt.

Das Video von Kiko veröffentlichte «20 Minuten» am frühen Montagnachmittag. Am Morgen hatte es das Video von Angela Magdici publiziert. Der 27-Jährige sprach über seine Straftaten, seine Beziehung zu Magdici und das Gefängnis Limmattal in Dietikon.

Zu Beginn schildert er seine Sicht der Dinge bezüglich der im angelasteten Vergewaltigung einer Minderjährigen in Schlieren. Hassan Kiko: «Die Polizei und die Staatsanwaltschaft wissen genau, dass ich niemanden vergewaltigt habe.» Es gebe keine Beweise für den Vorwurf. Seinen Anwalt bezeichnet Kiko als «dumm».

Über das Gefängnis lästert er: «Das Essen war Scheisse.» Kiko zeigt Flecken, die ihm angeblich im Gefängnis zugefügt worden seien. In seine Zelle hätten sie zudem einen Mann mit HIV gesteckt.

Aufseherin Angela Magdici meldet sich per Videobotschaft zu Wort.

Aufseherin Angela Magdici meldet sich per Videobotschaft zu Wort.

In der Folge habe er gebetet und Gott habe ihm Angela gesandt. Eine Entschuldigung richtete er an seine Mutter: «Ich weiss nicht, was du gesehen oder gehört hast», sagt er.

Bei der Zürcher Kantonspolizei hat man erst seit Kurzem Kenntnis vom Video. «Wir haben die Aufnahmen von 20minuten erhalten», sagte Kapo-Sprecher Beat Jost auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Man werde das Material nun auswerten und schauen, ob man Rückschlüsse daraus ziehen könne, wo das Video gedreht wurde.

Von polizeilicher Seite gebe es keine neuen Informationen. «Wir sind immer noch am Ermitteln», sagt Jost. Details könnten keine bekanntgegeben werden, da sonst die Ermittlungen gefährdet würden.

Kurz nach der Flucht hatte die Kantonspolizei mitgeteilt, dass sich die beiden Flüchtigen mit einem schwarzen Personenwagen BMW X1 nach Italien begeben haben könnten. Das Paar wurde auch international zur Fahndung ausgeschrieben. (sda/nch)

«Das stimmt hinten und vorne nicht»: Stiefvater Walter Minder über die Aussagen von Angela Magdicis Ehemann.

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Stiefvater zu Ausbrecher-Duo

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Leben auf der Flucht

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