Sidonia Küpfer

Der Zeitplan für den Bau des neuen Alterszentrums Am Bach war von Beginn an eng gesteckt. Nun verzögert sich der Baustart: Statt Anfang Jahr wird es Sommer, bis die Bagger auffahren können. Bei einer angenommenen Bauzeit von rund 18 Monaten könnte das Zentrum Anfang 2012 in Betrieb genommen werden, wie Karl Traub erklärt. Er ist Präsident der Genossenschaft Alterszentrum Am Bach, die für die Gemeinden Aesch und Birmensdorf den Neubau realisiert.

Nicht ideal, aber begründbar

«Wir wissen, dass die jetzige Terminsituation nicht dem Idealfall entspricht, die Verzögerungen sind aber begründbar», so Traub. Bis zur ersten Kostenschätzung habe das Projekt absolut im Zeitplan gelegen. Aufgrund der ersten Schätzung habe man bauliche Massnahmen zur Kostenreduktion geprüft. Dabei sei der Genossenschaft wichtig gewesen, die Architektur nicht zu verändern, denn diese stosse auch bei Aussenstehenden auf Zuspruch und könne dereinst zu einem Standortvorteil werden. Die entstandenen Verzögerungen stünden in Zusammenhang mit diesen Kostenüberarbeitungen, so Traub.

Aktuell steckt die Genossenschaft mitten in den Verhandlungen mit potenziellen Investoren. Aus diesem Grund könne er zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben zu den Kosten für das Alterszentrum machen, erklärt Traub. Er hofft, dass die Finanzierung im Februar abgeschlossen werden könne. Dann soll die ausserordentliche Generalversammlung der Genossenschaft abgehalten werden, die Ende November verschoben worden war und an der die Finanzierung abgesegnet werden soll. Die Planung stehe so weit, dass danach die ersten Arbeiten ausgeschrieben werden können.

Eine Knacknuss gilt es noch zu lösen: die Wärmeversorgung. «Wir streben für das Alterszentrum den Minergie-Standard an», so Traub. Laut der Planung soll die Wärmeversorgung massgeblich über eine Wärmepumpe gesichert werden. Dafür mussten Probebohrungen durchgeführt werden, die das Grundwasservorkommen vor Ort abklären sollten. Die Ergebnisse dieser Probebohrungen waren in Bezug auf Ergiebigkeit und Feinstoffführung noch nicht eindeutig, wie die Genossenschaft vor Kurzem mitteilte. Deshalb folgen im Februar weitere Untersuchungen, die eine bessere Entscheidungsgrundlage bieten sollen, erklärt der Genossenschaftspräsident. «Wir sind zuversichtlich, dass wir an der Wärmepumpe festhalten können», sagt Traub. Andernfalls müsste sich die Genossenschaft nochmals vertieft um eine alternative Wärmeversorgung bemühen, was eine grössere Herausforderung bedeuten würde.

Härterer Wettbewerb erwartet

«Uns ist wichtig, dass das neue Alterszentrum in jeder Beziehung hohen Qualitätsansprüchen genügt», sagt Karl Traub. Er erwartet zunehmend härtere Konkurrenz im Bereich der Alterspflegeplätze. «Unser Alterszentrum wird künftig Teil eines Wettbewerbes sein. Da soll es bestehen können», erklärt Traub die Haltung der Genossenschaft. Man wolle keineswegs eine Residenz bauen, aber man wolle den Ansprüchen der Seniorinnen und Senioren entsprechen.

Alterszentrum Am Bach
Die Gemeinden Birmensdorf und Aesch planen ein gemeinsames Alterszentrum. Dies wurde nötig, nachdem Urdorf die Anschlussverträge für das Alterszentrum Weihermatt per Ende 2010 gekündigt hatte. Als Trägerschaft wurde die Genossenschaft Alterszentrum Am Bach gegründet. Am 27. Mai genehmigte die Birmensdorfer Gemeindeversammlung den notwendigen Gestaltungsplan für den Neubau. (ske)