Der Dorfplatz muss abspecken

Für die Umgestaltung des Schulturnplatzes sollte auf Vorschlag der IG MühliDorfTräff ein Hartplatzstreifen aufgebrochen werden. Petitionäre wehrten sich zwar zu spät dagegen. Der Vorstand will aber nichts Unerwünschtes durchsetzen.

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Alternative

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Solothurner Zeitung

Anne-Regula Keller

Im Juli sah noch alles so schön aus: Die IG MühliDorfTräff stellte ein Projekt für die Umgestaltung des etwas trist gewordenen Platzes im Mühletal unterhalb des Feuerwehrgebäudes vor. Vor allem für kleinere Kinder sollte der Südwestteil des Hartplatzes zum Paradies werden: eine grosszügige Sand-/Wasser-Spielanlage zum «Chosle», Baumstämme zum Sitzen oder Balancieren, ein Strauchhaus, um sich zu verstecken und zwei kleine, künstliche Hügel. Die Biker - eher die Primarschüler - sollten ihre Kurven dazwischen und in den Wald auslaufend fahren können.

Der Vandalismus im Jugendraum hat Folgen

Nach dem gewaltsam erzwungenen Zutritt zum und den Schmierereien in und um den Mühledörfer Jugendraum wird die Schraube angezogen. Bisher durften die Jugendlichen der Umgebung im Oberstufenalter den Jugendraum autonom benutzen. Seit dem 21. Januar 2008 gab es ein vom Gemeinderat abgesegnetes Benutzungsreglement, das aber nie strikt angewendet wurde. Interessierte Jugendliche konnten einfach den Schlüssel holen. Im Herbst hatten die Verantwortlichen mit den jungen Nutzern diskutiert und ihnen die Erfüllung einiger Wünsche zugestanden. Dazu gehörte auch Farbe. An einem Novemberwochenende verunreinigten dann Jugendliche - nicht zum ersten Mal - die Aussentoilettenanlage. Den Jugendraum samt Zugängen verschmierten sie mit Farbe. Um sich Zutritt zu verschaffen, hatten sie die verriegelten Lichtschächte aufgebrochen. Von den Tätern bekannte sich in der Folge nur einer dazu. Am letzten Wochenende reinigten Jugendliche zusammen mit dem Ressortchef im Gemeinderat, Hans Gantenbein, die verkleckerten Wände. Doch jetzt verschärfen sich die Nutzungsbedingungen: Die Lichtschächte werden stabil verschlossen. Das Reglement für die Benutzung des Raums wird - nach Kontakten mit den Jugendverantwortlichen in Messen - überarbeitet. «Voraussehbar sind Öffnungsbeschränkungen. Weitere Regeln sind in Verhandlung», erklärt Gemeindepräsidentin Verena Meyer. Im Gespräch ist ein Depot von 50 Franken. «Die Eltern sollen mehr eingebunden werden», so Meyer. «Darum findet im Zusammenhang mit der Reglementsänderung am 6. Januar ein Gespräch mit ihnen statt. Dabei sollen aber Nägel mit Köpfen eingeschlagen werden.» (ark)

Petition eigentlich zu spät

Die Baukommission prüfte das Projekt und bereinigte die Einsprachen, mit denen während der Auflagefrist eine Handvoll Mühledörfer ihren Bedenken wegen Quellrechtsfragen oder gegen die Hartplatzverkleinerung ausdrückten. «Doch dann traf fast gleichzeitig mit der rechtsgültigen Bauverfügung der Baukommission für die Platzgestaltung eine Petition mit 98 Unterschriften beim Gemeinderat ein», gibt Gemeindepräsidentin Verena Meyer Auskunft.

Die Petitionäre wehrten sich gegen die Verkleinerung des Hartplatzes, der sonst für velofahrende Kinder, Rollerblader und im Winter für Eislaufende zu klein werde, wenn man seitlich einen 8 Meter breiten Streifen aufbreche. «Weil die Verfügung bereits rechtsgültig war, konnte der Rat rein rechtlich nicht mehr Einfluss nehmen», erklärt Meyer. Doch er rief je eine Zweierdelegation des Gemeinderates, der Baukommission, der IG MühliDorfTräff und der Petitionäre zu einem gemeinsamen Gespräch zusammen. «Man einigte sich darauf, auf das Aufbrechen des Hartbelags zu verzichten», so Meyer. «Nicht betroffen ist der Bereich der künftigen Arena mit dem St.-Margarethen-Brunnen. Die Wasser-/Sand-Spielanlage wird sicher kleiner.»

Rahel Moser Zimmermann, die Präsidentin der IG MühliDorfTräff ist noch etwas ratlos: «Das Gelände ausdehnen möchten wir nicht, zumal das auch schwierig wäre.» Das Areal ist nämlich begrenzt durch die Strasse, die Parzellen von Schulhaus/Feuerwehrmagazin, Kirche und Friedhof, die Fussballwiese und den Wald. «In den Waldhang hinein dürfen wir wegen Rutschgefahr nichts einplanen und auf der andern Seite möchten wir die Rutschbahn, den Drehturm, den Sandkasten und den Tischtennistisch so belassen, dass wir später am Feuerwehrgebäude eine Bolderwand einrichten können», denkt Rahel Moser allfällige Optionen durch. «Für eine Projektänderung bleibt uns wirklich nur die kleine Ecke im Westen neben der Arena, wo heute die alten Schulturngeräte stehen.»

«Wir wollen nichts erzwingen»

Getroffen habe sich die Projektgruppe der IG MühliDorfTräff noch nicht. Zuerst musste sie etwas Gras über die Enttäuschung wachsen lassen. «Schon früh wurden uns aus der Bevölkerung Bedenken gegen eine Verkleinerung des Hartplatzes mitgeteilt. Deshalb suchten wir eine Kompromisslösung zur geplanten Umgestaltung des ganzen Platzes und beschränkten uns in der Folge auf diesen 8 Meter breiten Streifen», erinnert Moser. «Leider wird offenbar auch diese Variante nicht goûtiert. Wir wollen aber nichts erzwingen, denn wir planten ja etwas schaffen, das das Dorf zusammenschweisst, nicht etwas Trennendes.»

Alles, was auf dem Südstreifen des heutigen Hartplatzes vorgesehen war, werde wirklich entfallen. «Doch die erwähnte Westecke versuchen wir zu optimieren. So oder so muss aber jede Änderung von der GV der IG MühliDorfTräff, die im Januar oder Februar stattfinden wird, abgesegnet werden», gibt die Präsidentin zu bedenken. «Dort wird sich zeigen, wie gross die Motivation für die Realisierung der Platzgestaltung noch ist.»