Verwaltungsgebäude

Der Blick auf die Gebäude wird geweitet

Der Aarwanger Gemeinderat will einen Masterplan für Infrastrukturanlagen vorlegen. Die Abstimmung über das neue Verwaltungsgebäude wird vertagt. Das freut auch die Schule.

Johannes Reichen

Es ist noch nicht so lange her, da sprach der Aarwanger Gemeindepräsident Hans Leuenberger (SVP) davon, dass sich das Projekt Verwaltungsgebäude «am längsten in der Warteschlaufe» befinde - seit drei Jahren schon. «Wir können aber den Stapel unserer anstehenden Projekte nicht immer grösser werden lassen», sagte er im vergangenen September und erklärte das Projekt als beinahe «abstimmungsreif». Nun aber wird es noch einmal etwas dauern, und statt zu einem Volksentscheid kommt es nun zu einem «Masterplan». Bis Mitte Jahr soll er vorliegen.
Die Gemeindeverwaltung braucht mehr Platz. Dafür will sich aber der Gemeinderat eine «bessere Gesamtsicht» verschaffen, sagt Gemeindeverwalterin Gerda Graber. Über die Folgen der möglichen Varianten sei zu wenig bekannt. Varianten gibt es aber zahlreiche. Zuerst stand ein Anbau zur bestehenden Verwaltung zum Parkplatz hin zur Diskussion. Dann wurde der Standort Wynaustrasse geprüft. In einem Ideenwettbewerb für einen Neubau setzte sich neulich ein Winkelbau hinter dem Gemeindehaus durch. Und schliesslich gibt es auch noch die Variante, dass das Schulhaus Dorf für die Verwaltung umgenutzt wird.

«Haus muss saniert werden»

Die Frage des Raumbedarfs für die Schule ist aber nicht restlos geklärt. «Die Schule hat Zentralisierungsabsichten», sagt Graber, nur gebe es in der Sonnhalde zu wenig Platz. Derzeit werden sechs Klassen im Dorf unterrichtet.
Doch der Zustand des Aarwanger Dorfschulhauses, gleich neben der Gemeindeverwaltung gelegen, ist nicht der beste. Hier gibt es Räume, in denen man besser nicht das Licht einschalten sollte, wenn jemand gleichzeitig in einem Nebenraum einen Film betrachten will. «Dann kommt es vor, dass die Sicherung rausfällt», sagt Ueli Herren, der Leiter der Volksschule Aarwangen. «Das Haus muss saniert werden.»

Keine Hauruck-Übung

Platz hat es zwar genug, jedoch nicht auf dem Pausenplatz. Fussballspielen zum Beispiel ist nur eingeschränkt möglich. Zudem sei die nächste Umgebung durch das hohe Verkehrsaufkommen und die dadurch entstehenden Emissionen stark belastet. «Sie entsprechen kaum einer kindgerechten Umgebung», sagt Herren. Drei 1./ 2. sowie drei 3./ 4. Mehrjahrgangsklassen werden derzeit im Dorfschulhaus unterrichtet, dazu kommen Heilpädagogik, Werkunterricht und die Musikalische Grundschule.
Auch Herren fände eine Zentralisierung der Schule in der Sonnhalde sinnvoll, und zwar aus pädagogischer Sicht und aus Überlegungen der Schulwegsicherheit. «Aber das wäre mit hohen Kosten verbunden.» Eine Hauruck-Übung sei fehl am Platz. Entscheidend ist auch eine allfällige Einführung des flexiblen Schuleintritts im Kanton Bern. «Beim Bau eines neuen Schulhauses müsste diese Bildungsreform in die Überlegungen miteinbezogen werden.»

«Keine Detailprojekte»

Der Gemeinderat will nun wissen, welche Auswirkungen die verschiedenen Alternativen haben und schliesslich eine mittel- bis langfristige Strategie vorlegen. Ein «ganzheitliches» Infrastrukturanlagenkonzept soll erstellt werden - und dazu gehört auch noch ein «Identitätskonzept». Will heissen: Will sich die Gemeinde beispielsweise einen transparenten und modernen Anstrich geben, soll das auch im Neubau zum Ausdruck gebracht werden.
Die Kosten der einzelnen Varianten seien zwar bereits bekannt, sagt Graber. «Es sind allerdings Annahmen und keine Detailprojekte.» Darum will sie sich auch nicht näher dazu äussern. Gemäss dem Finanzplan bis 2014 herrscht für das Projekt Verwaltungsgebäude ein Investitionsbedarf von 7 Millionen Franken, beim Schulhaus Sonnhalde sind es 3,46 und beim Schulhaus Dorf 2,85 Millionen Franken. Mit dem Masterplan aber sollen die finanziellen Auswirkungen nun klar ersichtlich werden. Wer den Plan erstellt, ist noch nicht klar, eine externe Stelle, beispielsweise ein Architekturbüro, solle damit betraut werden, sagt Graber.

«Niemand zweifelt»

«Am Platzbedarf für die Verwaltung zweifelt niemand», sagt Ueli Herren. Ob die aber in das Dorfschulhaus passen würde, könne er nicht beurteilen. «Es ist auf jeden Fall gut, dass nun ein Masterplan erstellt wird.» Mit dem Kornhaus, dem Amtshaus und dem Schloss gebe es ja noch weitere wichtige Gebäude, deren Zukunft ungewiss sei.

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