Anis Amri
Der Attentäter von Berlin wollte offenbar eine Ostschweizerin heiraten

Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt rückte auch die Schweiz in den Fokus: Attentäter Anis Amri benutzte offenbar ein gestohlenes Schweizer Smartphone, die Tatwaffe war einst legal in die Schweiz importiert worden. Zudem soll Amri Kontakt in die Ostschweiz gehabt haben.

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Der Tunesier Anis Amri wollte eine Ostschweizerin mehrmals treffen.

Der Tunesier Anis Amri wollte eine Ostschweizerin mehrmals treffen.

KEYSTONE/EPA DPA/BKA/BKA / HANDOUT

Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, führte eine Datenspur des am Tatort gesicherten Handys in die Bodenseeregion zu einer Schweizer Konvertitin. Mit ihr hatte der Tunesier demnach über einen verschlüsselten Messenger-Dienst gechattet.

«Normal gechattet»

Die 29-Jährige ist 2015 zum Islamübergetreten. Sie besitzt zwei Hunde und wohnt im Dachgeschoss eines Altbaus. Gegenüber der Zeitung gab sie in einem Gespräch über Facebook an, sie habe mit Amri «normal gechattet». Dabei seien auch Fotos ausgetauscht und Videoanrufe getätigt worden.

Amri habe sie immer wieder treffen wollen. «Ja, es könnte schon sein, dass er heiraten wollte, es war mal ein Thema», wird die Frau zitiert. Er habe ihr erzählt, dass er in Deutschland lebe und sich ab und zu einsam fühle.

Letztmals Kontakt hatten die beiden kurz vor Weihnachten 2016. Sie hätte sich nie vorstellen können, dass er so etwas machen würde, und glaube auch jetzt nicht, das der Berliner Anschlag echt gewesen sei.

Terroranschlag mit LKW an Berliner Weihnachtsmarkt (19.12.2016)
29 Bilder
Der Lastwagen kracht durch die Gasse zwischen den Buden und überfährt Menschen. Nach 60 bis 80 Metern durchbricht er die linke Reihe der Buden und kommt halb auf der Budapester Strasse zum Stehen.
Der Fahrer klettert aus dem LKW und flüchtet. Ein zweiter Mann bleibt bewegungslos auf dem Beifahrersitz sitzen.
Mindestens 12 Menschen sterben, etwa 50 werden verletzt.
Ein Grossaufgebot von Rettungskräften kümmert sich um die Verletzten nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt.
Die Polizei sperrt den Breitscheidplatz weiträumig ab. Die Kriminalpolizei beginnt mit ersten Untersuchungen des Tatorts.
Notärzte und Sanitäter versorgen verletzte Menschen. Die Feuerwehrleute decken Leichen ab.
20:56 Uhr: Eine Polizeistreife aus einem Funkwagen nimmt einen Verdächtigen nahe der Siegessäule fest. Der Mann war nach einem Medienbericht von einem Zeugen durch den Tiergarten verfolgt worden, der gleichzeitig über sein Telefon die Polizei verständigte. Der Verdächtige wird in den folgenden Stunden befragt.
Medien berichten vom Ort des Geschehens. Im Hintergrund die Berliner Gedächtniskirche.
Der Morgen danach: Der Lkw-Anhänger neben zerstörten Weihnachtsstände und -hütten.
Der polnische Lastwagen war von Turin nach Berlin gefahren.
Route des Lastwagens von Turin nach Berlin – und dort zum Breitscheidplatz
Die Zugmaschine des Lastwagens, deren Windschutzscheibe zersplittert ist, wird am Morgen nach der Tat abgeschleppt und soll weiter untersucht werden.
18.54 Uhr am 20.12.: Der festgenommene Verdächtige kommt wieder frei. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse hätten keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten ergeben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.
Augenzeugen hätten den Lastwagenfahrer nach dem Anschlag nicht lückenlos verfolgt, die kriminaltechnischen Untersuchungen hätten ausserdem bislang keinen Beleg erbracht, dass der Mann im Führerhaus des Lastwagens gewesen sei.
20.13 Uhr: Fast genau 24 Stunden nach dem Anschlag nimmt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Angriff für sich in Anspruch. Der Täter sei ein "Soldat des Islamischen Staates" gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak.
Die Menschen trauern in Berlin um die Opfer des Terroranschlags.
Die Bundeskanzlerin schreibt in der Gedächtniskirche ins Kondolenzbuch.
Bundeskanzlerin Angela Merkel legt am Berliner Weihnachtsmarkt Blumen nieder, neben ihr Innenminister Thomas de Maiziere (CDU), Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Berlins Bürgermeister Michael Müller.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere legen Blumen nieder.
Nach dem Anschlag werden an den Weihnachtsmärkten die Sicherheitsmassnahmen verschärft.
Der Spediteur und Besitzer des Todes-Lastwagens erteilt den Medien Auskunft. Er ist auch der Cousin des LKW-Chauffeurs. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter bei einem Kampf im Fahrerhaus des Camions mit dem polnischen Chauffeur verletzt worden ist und den Polen tötete.
Das Brandenburger Tor leuchtet am Abend nach dem Anschlag in den Berliner Farben.
21.12.2016: Zwei Tage nach dem Terroranschlag von Berlin wird ein tunesischer Tatverdächtiger öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben: Es handelt sich um den 24-jährigen Anis Amri. Für Hinweise wurden bis zu 100'000 Euro Belohnung ausgeschrieben.
Der Name Anis Amri war auf einem Ausweisdokument im Fahrerhaus des Lastwagens gefunden worden, mit dem am Montag der Anschlag verübt wurde. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen hatte der Tatverdächtige mehrere Identitäten genutzt.
MIt Kerzen und Blumen trauert Berlin um die Opfer.
Berlin trauert - hier mit Kerzen auf dem Breitscheidplatz im alten Westberliner Zentrum.
Am 23. Dezember wird Anis Amri bei einer Polizeikontrolle in Mailand getötet. Um 3 Uhr wollen ihn Polizisten kontrollieren, da zieht er eine Waffe, schiesst und verletzt einen Polizisten. Der andere Polizist verfolgt den Terroristen und erschiesst ihn.

Terroranschlag mit LKW an Berliner Weihnachtsmarkt (19.12.2016)

Keystone

Zwölf Todesopfer

Tatverdächtiger Anis Amri und sein Weg in den Terror Anis Amri vor Monaten im Fernbus Richtung Zürich verhaftet Anis Amris Vater: «Er hat getrunken und gestohlen, aber er wurde in Europa radikalisiert» Die Bundesanwaltschaft hatte auf Grund von Informationen aus dem Ausland im Zusammenhang mit dem Anschlag ein Strafverfahren gegen Unbekannt eröffnet. Dabei wurden Kontaktdaten rund um Amri verifiziert. Noch im Januar hiess es, es gebe bisher keine konkreten Hinweise und Bezüge von Amri zu Personen oder Institutionen in der Schweiz.

Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gesteuert. Zwölf Menschen kamen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Auf seiner Flucht wurde der Tunesier in Italien von der Polizei erschossen. (kad)

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