Heiler-Prozess
Der Aidsstecher von Bern hat auch das Leben seiner Frau zerstört

Am Montagnachmittag geht es im grössten Aidsprozess der Schweiz nur am Rande um das HI-Virus. Vor den Schranken des Gerichts steht die Ex-Frau des selbst ernannten Heilers von Bern.

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Der angeklagte "Heiler" soll 16 Personen vorsätzlich HIV-infiziertes Blut gespritzt haben (Symbolbild)

Der angeklagte "Heiler" soll 16 Personen vorsätzlich HIV-infiziertes Blut gespritzt haben (Symbolbild)

Keystone

Die Frau, eine bekannte Ärztin, wird noch ein anderes Bild von ihm aufdecken. Dasjenige des brutalen Ehemannes, der mit Morddrohungen und Stalking-Methoden gegen sie vorging. Dies berichtet die Zeitung «Der Sonntag». Ihre Angst war so gross, dass sie eine neue Stelle annahm und ins Welschland zog.

Aus dem Umfeld der Ärztin verlautet, dass ihr damaliger Mann ab 2005 - dem Beginn der Strafuntersuchung - ein zunehmend aggressives Verhalten an den Tag legte. Das Gericht erhofft sich von der Ex-Frau Hinweise über die Motivation der mutmasslichen Aids-Massansteckung zu erhalten.

Sie will vor Gericht detailliert über die grosse Gabe ihres Ex-Mannes zur Manipulation, zur Beeinflussung, seine extreme Überzeugungskraft sowie über sein dominantes Charisma aussagen. Diese Eigenschaften dürften auch dazu geführt haben, dass der selbst ernannte Heiler seine mutmasslichen Opfer hörig machen konnte.

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