Rauswurf von Uebersax

Der Aargauer Nationalrat Luzi Stamm (SVP) wirft der Parteispitze «schwere Führungsfehler» vor

SVP-Nationalrat Luzi Stamm kritisiert die Parteiführung. (Archiv)

SVP-Nationalrat Luzi Stamm kritisiert die Parteiführung. (Archiv)

Weil sie für die neue Parteileitung nicht mehr berücksichtigt wird, trat SVP-Vizepräsidentin Judith Uebersax aus der Partei aus. Sie fühlt sich unfair behandelt. Zurecht, findet der Aargauer SVP-Nationalrat Luzi Stamm, der ebenfalls nicht mehr berücksichtigt wurde.

Die SVP-Spitze drängt Vizepräsidentin Judith Uebersax (SZ) aus der Parteileitung und sagt ihr dies nicht persönlich. Das war am vergangenen Mittwoch. Seither ist Feuer im Dach. Uebersax trat beleidigt und per sofort aus der Partei aus. Ein Telefonat mit dem designierten Parteipräsidenten Albert Rösti verlief ergebnislos. Die geforderte öffentliche Entschuldigung wollte dieser nicht leisten.

Nun erhält die Präsidentin der SVP-Frauen Schützenhilfe von Partkollege Luzi Stamm. Der Aargauer Nationalrat sagte am Montag gegenüber dem «Tages-Anzeiger», die Führungsriege habe einen «schweren Führungsfehler» begangen. Man hätte so nicht mit einer verdienten Führungskraft umgehen dürfen. Die Partei könne letztlich nur erfolgreich sein, wenn sie nach innen professionell kommuniziere, so Stamm.

Neue Führungsstruktur

Die SVP hatte am Mittwoch ihre neue Führungsstruktur vorgestellt. Neu sollen noch drei statt sieben Vize-Präsidenten dem designierten Parteipräsidenten Albert Rösti zur Seite stehen. Neben dem bisherigen Oskar Freysinger sollen die Nationalräte Thomas Aeschi (ZG) und Céline Amaudruz (GE) diesem Gremium angehören.

Abgesetzt werden neben Uebersax auch Nationalrat Luzi Stamm (AG) und Claude-Alain Voiblet (VD). Christoph Blocher wird neu Strategieverantwortlicher, Walter Frey wird neu Kommunikationsverantwortlicher und Nadja Pieren Verantwortliche für Familien- und Gesellschaftspolitik.

Über die von einer Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Änderungen in der Führungstruktur der Partei müssen am 23. April noch die SVP-Delegierten befinden. (jk/sda)

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