Steuer-Studie

Der Aargau wird für Gutverdienende zur Steuerhölle

Der Aargau macht im kantonalen Steuerranking eine miese Figur: Hier kommt nur zum Zug, wer wenig verdient - egal ob mit oder ohne Kinder. Alle anderen werden geschröpft. Ab 100'000 Franken Bruttoeinkommen wohnt man besser nicht im Rüebliland.

Das Wirtschaftsforschungs-Institut BAK Basel Economics erstellte zum dritten Mal den Steuerbelastungsmonitor im Auftrag des Kantons Zürich. Verwendet wurden Daten aus dem Jahre 2008.

Das sind die Resultate:

Graubünden, Basel-Stadt und Luzern haben die Steuerbelastung gesenkt. Durch Entlastung von Ehepaaren, höhere Kinderabzüge oder Senkung der Steuerfüsse.

Die tiefste Vermögenssteuerbelastung hat weiter Schwyz, gefolgt von Zug. Auf dem dritten Platz kommt neu der Kanton Thurgau, der sechs Plätze vorwärts machte und den Kanton Zürich auf den vierten Platz verwies.

Im kantonalen Ranking bei der Steuerbelastung für das Einkommen natürlicher Personen sind die ersten drei Plätze aber seit drei Jahren gleich besetzt: Nach Zug folgen Schwyz und Tessin. Auf dem 4. Platz steht der Kanton Graubünden, der 10 Plätze gut gemacht hat. Basel-Stadt belegt neu den 7. Platz (+8), Luzern den 13 (+5).

Der Steuerbelastungsmonitor 2009 zeige, dass der Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen weitergegangen sei, sagte die Zürcher Finanzdirektorin Ursula Gut. Ein Ende aus heutiger Sicht sei nicht feststellbar. Gut führte den grösseren Spielraum der Kantone bei den Steuern auf die Goldzahlungen der Schweizerischen Nationalbank Bundes an die Kantone sowie den Neuen Finanzausgleich (NFA) zurück.

Und so liegt der Kanton Aargau:

Für Ledige ist die Einkommensbelastung im Kanton Aargau nicht allzu schlecht, sie liegt bei einem Bruttoeinkommen von 30'000 «nur» bei etwas mehr als einem Drittel. Verheiratete ohne Kinder stehen im Aargau ebenfalls nicht schlecht da. Im Schweizer Vergleich rangieren sie auf Position 8 bis 9, bei tiefen und mittleren Einkommen.

Sehr gut verdienende ledige Personen haben dafür das Nachsehen: Bei einem Bruttoeinkommen von 100'00 werden sie kräftig geschöpft und liegen schweizweit auf Platz 13 - weit nach Zürich. Familien mit zwei Kindern und mittel-hohem Einkommen werden steuerlich ebenfalls sehr belastet: Der Aargau liegt bei diesen Einkommen auf den hinteren Rängen.

Der Aargau ist also vor allem für Leute mit niederigem bis mittlerem Einkommen günstig. Leute mit sehr hohem Einkommen, suchen sich also besser einen anderen Kanton: Basel-Stadt, Zug, Schwyz oder Obwalden zum Beispiel. Hier hat der Kanton Aargau erneut an Attraktivität verloren (durchschnittlich mindestens zwei Ränge)

(cls)

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