Patricia Schreiber-Rebmann

Der Aargau ist nun in Fricktaler Hand

Am Dienstag wurde Patricia Schreiber-Rebmann zur Grossratspräsidentin gewählt. In Wegenstetten empfing das halbe Dorf die neue höchste Aargauerin.

Mathias Küng

Nach den grossen Feiern für Bundespräsidentin Doris Leuthard aus Merenschwand und Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer aus Nussbaumen ist schon wieder in einem höchsten Amt Frauenpower angesagt: Am Dienstag wählte der Grosse Rat die bisherige erste Vizepräsidentin, Patricia Schreiber-Rebmann (grüne/Wegenstetten) mit 117 Stimmen glanzvoll zur neuen Grossratspräsidentin. Sie folgt auf Herbert H. Scholl (fdp/Zofingen). Auf den Platz des ersten Vize nachgerückt ist (109 Stimmen) Theo Voegtli (cvp/bdp/Böttstein). Neue zweite Vizepräsidentin wurde Kathrin Nadler (sp/Lenzburg) mit 111 Stimmen.

Nach dem Wählen ging es sogleich ganz gross ans Feiern. Das halbe Dorf Wegenstetten empfing am Abend daheim «seine» höchste Aargauerin. Aus Platzgründen zuerst draussen - Petrus liess dies gerade noch gnädig zu -, danach in der liebevoll dekorierten Mehrzweckhalle. Begrüsst wurden Schreiber-Rebmann, ihr Mann und die vielen Gäste bei einem Apéro von Gemeindeammann Willy Schmid und mit dem Wegenstetter Lied. Die neue Präsidentin kam beileibe nicht allein aus Aarau nach Hause. Begleitet war sie von Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Armee und Verwaltung. Allen voran vom Regierungsrat in corpore. Und den früheren Regierungsräten Ernst Hasler und Peter Wertli. Mit dabei auch die frühere Nationalratspräsidentin und jetzige Ständerätin Christine Egerszegi, Vorgänger Thomas Pfisterer und Ständerat Maximilian Reimann. Dazu Nationalräte und Nationalrätinnen aus fast allen Parteien sowie viele Grossräte. Pech hatte Geri Müller von den Grünen. Er musste am Abend in Baden dem Einwohnerrat Red und Antwort stehen.

Von Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer empfing Schreiber-Rebmann eine gelbe und eine grüne Karte. Dies in der Hoffnung, dass sie sie im Grossen Rat nie zücken muss. Die neue Präsidentin wird damit umzugehen wissen, war sie doch früher Volleyball-Schiedsrichterin. Sie gab gleich noch durch, was sie im Saal nicht dulden wird: Telefongespräche.

Im Redereigen setzte es weitere Lobesworte und Geschenke ab. Fraktions-Co-Präsidentin Eva Eliassen überreichte der obersten Aargauerin einen Freiämter Strohhut - auf dass sie damit als Fricktalerin frei amten kann. Dazu eine Solaruhr, welche die Redeminuten im Rat anzeigt. Es folgte ein zweiter Hut von Gertrud Häseli, der Co-Präsidentin der Grünen. So soll Schreiber-Rebmann bei Bedarf zwischendurch den Hut wechseln und auch Privatmensch sein können.

Der abtretende Präsident Herbert H. Scholl charakterisierte seine Nachfolgerin im Amt als herzliche, vielseitige «und nachhaltig konsequente Persönlichkeit». Den Heimvorteil voll ausspielen konnte schliesslich (noch) Landammann Roland Brogli. Brogli augenzwinkernd: «Das Fricktal übernimmt den Aargau. Wir Fricktaler sagen jetzt, wo es langgeht.» Der Aargau brauche die Fricktaler, so Brogli weiter «und wir, wir sind gerne Aargauer». Und die Zuhörenden glaubten es an diesem schönen Abend gern.

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