Kanton investiert 185 Millionen für bessere Strassen

Der Aargau investiert 185 Millionen in bessere Strassen

Der Aargau investiert 185 Millionen in Strassen

Der Aargau investiert 185 Millionen in Strassen

Für neue Strassen, neue Beläge, Lärmsanierungen und Radwege zahlt der Aargau dieses Jahr 185 Millionen Franken. Dabei geht es um die Kantonsstrassen, die Autobahnen saniert der Bund.

Hans Lüthi

«Dieses viele Geld könnte man anderswo auch gut oder besser einsetzen.» Eine Aussage, die immer wieder auf den Tisch kommt, wenn der Kanton das Strassenbau-Programm Anfang Jahr vorstellt. Die 185 Millionen Franken sind jedoch keineswegs rekordhoch, vor fünf Jahren waren es noch 275 Millionen Franken - weil der Aargau damals seine 100 Kilometer Autobahnen mitrechnete. Ohne Autobahnen sind letztes Jahr 200 Millionen Franken verbaut worden, «aus konjunkturellen Gründen haben wir 2009 ein paar Projekte früher ausgelöst». Das sagt Kantonsingenieur Rolf H. Meier, Chef der Abteilung Tiefbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Der Herr über das Strassennetz versichert, die Summe bewege sich im Rahmen der Vorjahre.

WSB Aarau-Suhr und Staffelegg

Horrende Summen verschlingen immer wieder die grossen Umfahrungen, bis vor kurzem jene in Ennetbaden, Aarburg und am Mutschellen. Dieses Jahr werden zwei der letzten ganz grossen Projekte fertig, die Verlegung der WSB Aarau-Suhr, deren Kosten auf 102 Millionen Franken steigen - falls der Grosse Rat heute 12 Millionen Franken Nachtrag bewilligt. Und der Neue Staffeleggzubringer für 90 Millionen Franken. Die schnellere Verbindung von Aarau ins Fricktal soll laut Meier im Spätherbst eröffnet werden, die WSB auf dem alten SBB-Trassee muss zum Fahrplanwechsel im Dezember bereit sein. Zum Glück verteilen sich die Kosten solcher Grossprojekte auf mehrere Jahre - sonst bliebe für andere Ausbauten kein Geld mehr übrig.

Finanzierung durch die Autofahrer

Die 185 Millionen Franken will der Kanton primär für einen flüssigeren Verkehr und die Aufwertung der Siedlungs- und Wohnqualität einsetzen. Konkret fliessen 139 Millionen in 86 laufende und 21 neue Projekte auf den Kantonsstrassen, 38 Millionen benötigt der Werterhalt, 8 Millionen Franken der weitere Ausbau der Radrouten. Und woher kommt das viele Geld? «Den Löwenanteil bezahlen die Autofahrer selber, denn die Motorfahrzeugabgabe von 130 bis 135 Millionen Franken fliesst direkt in die Strassenkasse», erklärt Rolf H. Meier.
Bei der WSB gibt es Fremdmittel vom Bund, weitere grosse Millionen-Summen kommen aus dem Zuschlag auf

dem Treibstoffzoll und aus der LSVA. In den Zahlen nicht enthalten ist der Aufwand für die Polizei, das Salzstreuen und Schneeräumen.

140 Bauprojekte sind in Planung

Die 1150 Kilometer Kantonsstrassen (dazu 4500 Kilometer Gemeindestrassen) bedürfen einer ständigen Erneuerung. In der Planung und Projektierung befinden sich rund 140 Projekte. Dabei hat es vereinzelt auch grosse Brocken, obschon die Zeit der Umfahrungen (fast) vorüber ist. Allein die komplexe Sanierung des Schulhausplatzes in Baden wird auf 100 Millionen Franken berechnet. «Die Umfahrung Mellingen kostet 40 Millionen und der Autobahnknoten Lenzburg wird auf 40 bis 50 Millionen Franken geschätzt. Projektiert werden auch regionale Verkehrsmanagement-Systeme, derzeit laufen die Bewilligungsverfahren, damit sie von 2011 bis 2014 gebaut werden können.

Denn: «Eine gute verkehrliche Erreichbarkeit ist von grosser Bedeutung für die Standortattraktivität», schreibt das BVU. Darum seien funktionierende Strassen wichtig für die Entwicklung der Wirtschaft und der Bevölkerung. Mit den oft sehr teuren Lärmschutzwänden profitieren auch die Anwohner davon.

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