15'000 Einwohner
Den Untersteckholzern sei Dank

Erstmals in der Geschichte zählt Langenthal ab dem 1. Januar mehr als 15 000 Einwohner. Grund ist die Fusion mit Untersteckholz: Für den Stadtpräsidenten hat die Stadt zudem noch Potenzial nach oben.

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Untersteckholz

Untersteckholz

az Langenthaler Tagblatt

Tobias Granwehr

Die umliegenden Städte haben die «magische» Zahl bereits erreicht. Olten, Grenchen, Solothurn und auch Burgdorf zählen - zum Teil schon seit längerem - über 15 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Ab dem 1. Januar 2010 ist es auch in Langenthal soweit: Dank der Fusion mit der Gemeinde Untersteckholz steigt die Einwohnerzahl erstmals auf über 15 000.

Per Ende November wohnen gemäss der aktuellen städtischen Einwohnerstatistik 14 874 Personen in Langenthal. Laut Luis Gomez, Leiter der Einwohnerdienste, kommen aus Untersteckholz etwa 170 Personen dazu. Ganz genau könne er es noch nicht sagen, doch sei klar: Durch die Fusion steige die Einwohnerzahl auf knapp 15 050.

Langenthal, ein attraktiver Ort

Langenthals Einwohnerzahl hat in den vergangenen Jahren stärker zugenommen als in den Neunzigerjahren. Gomez sieht den Grund in der regen Bautätigkeit innerhalb der Stadt und im allgemeinen Trend, wieder urbaner zu wohnen. Noch in den Neunzigern sei der Trend eher gewesen, wieder vermehrt auf dem Land zu leben, sagt er und fügt unbescheiden an: «Wir dürfen zudem sagen: Langenthal ist ein attraktiver Wohnort.»

Er stelle fest, dass auch grosse Zentren wie Bern oder Basel zurzeit boomen, sagt der Leiter der Einwohnerdienste. Die Zahl der Wohnbevölkerung hänge überdies auch von der Dynamik auf dem Arbeitsmarkt ab. In Langenthal seien viele Arbeitsplätze vorhanden, was entsprechend Leute anziehe, so Gomez.

Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) stützt die Aussage des Fachbereichsleiters Einwohnerdienste: «Die Lebensgewohnheiten gehen eher wieder Richtung Wohnen in der Stadt.» In Langenthal ist dieser Umstand laut dem Stapi seit etwa 2005 zu erkennen.

«Zuvor hat die Einwohnerzahl zirka 17 Jahre lang stagniert.» Durch die Bautätigkeit seien in der Stadt die Ressourcen für den Personenzuwachs geschaffen worden. Und: «Die Bautätigkeit hat noch nicht nachgelassen. In Schoren ist neuer Wohnraum entstanden und im Hard sowie im Bereich Wuhr werden aktuell Überbauungen erstellt», sagt Rufener.

Wachstum anstreben

Das Erreichen von über 15 000 Einwohnern ist für den seit Anfang 2007 amtierenden Stadtpräsidenten ein schöner Moment: «Tausenderschritte sind immer speziell», sagt Rufener. «Besonders freut es mich, dass wir diese Zahl im Zusammenhang mit der Fusion mit Untersteckholz erreichen.» Damit sei nicht ein Einzelner für die Zahl verantwortlich, sondern eine ganze Gruppe.

Die Zukunft bezüglich Einwohnerzahl sieht Rufener positiv: «Langenthal hat noch Potenzial nach oben.» Es sei das Ziel der Stadt, ein gewisses Wachstum anzustreben - es seien dafür auch noch Baureserven vorhanden. Der Stapi stellt fest: «Wir haben Kapazitäten, ohne dass wir dafür Agrarland einzonen müssten.»

Als Vorteil Langenthals betrachtet Rufener den Umstand, dass die Stadt geografisch gut liege. «Wir sind im Zentrum des Mittellandes, die grossen Zentren Bern, Basel und Zürich sind gut erreichbar.» Er ist überzeugt: «Die Stadt wird noch wachsen - nach oben hat der Gemeinderat aber keine Grenze definiert.» Tausenderschritte zu nennen, ist für ihn unrealistisch. «Aber Hunderterschritte pro Jahr wären gut verkraftbar.»