Regelwirrwarr

Den Überblick über die Corona-Massnahmen verloren? Diese neue Webseite verschafft Abhilfe

In welchem Kanton sind die Kioske geschlossen und wo nicht?

In welchem Kanton sind die Kioske geschlossen und wo nicht?

Die Homepage zeigt die geltenden Regeln pro Kanton. Programmiert wurde sie von drei ETH-Studenten. Aktuell testen die Entwickler, ob bei der Bevölkerung überhaupt Nachfrage herrscht.

Am Mittwoch hat der Bundesrat verordnet, dass die Kantone keine Sonderzüge mehr fahren können. Ab Samstag dürfen sie die nationalen Regeln nicht mehr unterschreiten – auch wenn die epidemiologische Lage in ihrem Hoheitsgebiet günstig wäre. Wer nun denkt, schweizweit gelten dieselben Regeln, der täuscht sich.

Nach wie vor gibt es regionale Besonderheiten und Unterschiede: Im Kanton Luzern zum Beispiel muss eine Maske getragen werden, wenn zwei Personen aus verschiedenen Haushalten in einem Auto unterwegs sind. Im Kanton Aargau sind Einkaufsläden geschlossen - ausgenommen sind Läden, die Lebensmittel oder andere Produkte für den täglichen Bedarf verkaufen. Im Kanton St. Gallen müssen die nachobligatorischen Schulen (Mittelschulen und Berufsfachschulen) bis am 15. Januar Fernunterricht betreiben. Um nur drei Beispiele zu nennen.

Wegweiser im kantonalen Massnahmendschungel

Diesem regionalen Massnahmendschungel widmet sich die neue Homepage «corona-massnahmen.ch». Die Webseite, von drei Informatikstudenten der ETH programmiert, zeigt die aktuellen Massnahmen pro Kanton. «Wir hatten den Eindruck, dass der Überblick, was wo gilt, völlig verloren gegangen ist», sagt Yannick Müller. Sie seien erstaunt gewesen, dass es eine solche Übersicht noch nicht gibt. «Es ist doch wichtig, dass die Leute wissen, welche Massnahmen in ihrem Kanton gelten. Und eventuell auch, was im Nachbarkanton für Regeln herrschen», erklärt er die Motivation für die zeitaufwendige Arbeit, die Daten aus den Kantonen zusammenzutragen und online übersichtlich und stets aktuell darzustellen.

Nicht in jedem Kanton seien die Daten einfach zu finden oder verständlich aufbereitet. «Wir haben auf verschiedenen Kantonswebseiten auch Unstimmigkeiten gefunden – Medienmitteilungen und Verordnung waren in mehreren Fällen nicht aufeinander abgestimmt oder nicht aktuell», sagt er.

Hier wollen die drei IT-Studenten Abhilfe schaffen. Pro Kanton finden sich auf corona-massnahmen.ch die geltenden Regeln und – falls beschlossen – auch bereits zukünftige Massnahmen. Die Texte sind verständlich formuliert und mit der Originalquelle verlinkt. Wer will, kann sich für seinen Kanton einen Newsletter abonnieren. «Diesen erhält man, wenn es im jeweiligen Kanton eine Änderung gibt», sagt Müller. Auch können Inhalte der Seite per Social Media geteilt werden.

Ausbau nur bei genügend Interesse

Noch sind allerdings erst neun Kantone erfasst. «Wir wollen zuerst prüfen, ob das Interesse und Bedürfnis an unserer Arbeit überhaupt vorhanden ist», erklärt Müller. Vieles wie etwa das Abgreifen von neuen Informationen ist automatisiert. Dennoch investieren die drei Studenten rund drei Stunden pro Tag, um die Seite à jour zu halten. «1000 Seitenaufrufe sollten es schon sein pro Tag», definiert Müller das Ziel, das erreicht werden soll, damit die Seite voll ausgebaut wird. Dann sei auch eine französische Version vorgesehen.

Autor

Roman Schenkel

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