Nachtklub

Den Tänzerinnen auf die Beine helfen

Nachtklub-Besitzer sollen in die Pflicht genommen werden.

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Nachtklub-Besitzer sollen in die Pflicht genommen werden.

Zum Schutz der Tänzerinnen sollen Klubbesitzer deren Lohn im Voraus auf ein Sperrkonto einzahlen. Dies fordern Basler Grossrätinnen und Grossräte in einem Vorstoss.

Birgit Günter

Bei der Advokatin und Grossrätin Ursula Metzger (SP) lassen sich derzeit rund zehn Tänzerinnen juristisch beraten. Ihr Problem: Sie haben einen Monat in Basel in einem Nachtklub gearbeitet und dann, wie es Usus ist, in einen Klub in einem anderen Kanton gewechselt - ohne jedoch den Lohn zu erhalten.

Der Kantonswechsel erschwert es den Tänzerinnen, ihren Lohn einzufordern, erklärt Metzger in einem Vorstoss, den sie zusammen mit anderen Grossrätinnen und Grossräten aus dem ganzen politischen Spektrum eingereicht hat. Mehr noch: Tun sie es trotzdem und landen schliesslich vor dem Schiedsgericht, sei das Lokal in der Zwischenzeit oft Konkurs gegangen.

Diesen Missstand wollen die Politiker beheben. «Während der Euro 08 war es in diesem Gewerbe dank Sensibilisierungskampagnen erstaunlich ruhig. Jetzt aber machen die Klubbesitzer offenbar wieder, was sie wollen», betont Urs Müller, Grossrat des Grünen Bündnisses. Er geht zudem davon aus, dass die Tänzerinnen, die sich wehren, nur die Spitze des Eisbergs sind.

Löhne wirklich gewährleisten

Die Grossrätinnen und Grossräte fordern darum die Regierung auf, die Nachtklub-Besitzer stärker in die Pflicht zu nehmen. Konkret formulieren sie drei Anliegen: Erstens soll auf dem Arbeitsvertrag ersichtlich sein, wer der Besitzer des Etablissements ist. Zweitens muss das Lokal die Zahlungsfähigkeit nachweisen und drittens soll der Arbeitgeber den Lohn auf ein Sperrkonto einzahlen.

Ob ein solches Konto das Problem wirklich lösen würde, stellt Hansjürg Dolder, Leiter des Basler Amtes für Wirtschaft und Arbeit, jedoch in Frage. Manchmal sei nicht die Zahlungsfähigkeit das Problem, sondern eher die Zahlungsunwilligkeit. Sprich: Am Gang vor Gericht führt auch bei der Variante Sperrkonto kaum ein Weg vorbei.

«Das Arbeitsrecht ist in Bundeskompetenz», sagt Dolder. Ob der Kanton dies ändern und etwa ein Sperrkonto vorschreiben könne, sei fraglich. Grundsätzlich sei der Vorschlag aber nicht unmöglich: Dolder verweist darauf, dass beispielsweise Temporärfirmen eine Kaution leisten müssen, was der Sperrkonto-Idee entspreche. Man werde das Anliegen sorgfältig prüfen. Dies hofft auch Grossrat Müller: «Es ist Zeit, dass wieder neue Spielregeln festgehalten werden. Wir müssen auch die schwächsten Glieder in der Arbeitswelt schützen.»

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