Status
Den Katholiken soll der Status als Landeskirche aberkannt werden

Der Aargau soll nur noch die evangelisch-reformierte und die christkatholische Kirche als Landeskirchen anerkennen. Das fordert SP-Grossrat Martin Christen in einer Motion. Der römisch-katholischen Kirche sei im Aargau der Status als Landeskirche abzuerkennen. Dies unter anderem auch mit dem Verweis auf die Skandalmeldungen über sexuelle Missbräuche.

Drucken
Teilen
Martin Christen

Martin Christen

Es würden zwar in der Verfassung keine Minimalanforderungen an eine Glaubensgemeinschaft genannt, die für diesen Status erfüllt sein müssen. Man könne aber doch davon ausgehen, dass die innere Struktur einer kirchlichen Institution, die gegenüber dem Kanton einen Sonderstatus beanspruchen und privilegiert behandelt werden möchte, der Bundes- und Kantonsverfassung nicht wiedersprechen darf. Das sei aber bei der römisch-katholischen Kirche der Fall, begründet SP-Grossrat Christen seine Motion.

Auch er zieht zwar nicht in Zweifel, dass die äussere, von der Verfassung vorgeschriebene Organisationsstruktur der römisch-katholischen Kirche sehr wohl in jeder Beziehung verfassungskonform ist. Sie stehe jedoch «im völligen Widerspruch zum streng hierarchischen, autoritären, undemokratischen, innerkirchlichen Aufbau». Man müsse bei der katholischen Kirche von einer Scheindemokratie sprechen, das Mitspracherecht der Gläubigen beschränke sich auf rein materielle, finanzielle Nebenaspekte. Als ebenso schwerwiegend bezeichnet der SP-Grossrat die «Jahrhunderte alten, sexistischen, frauenfeindlichen, den Grund- und Menschenrechten widersprechenden innerkirchlichen Vorschriften und Gebote». Gemeint sind namentlich der Zwang zum Zölibat und der Ausschluss der Frauen vom Priesteramt. (mou)

Aktuelle Nachrichten