Dem Schweizer Botschafter Pierre Combernous übergaben die Tunesier eine entsprechende Petition mit 1000 Unterschriften, wie Sami Remadi, Präsident der tunesischen Vereinigung für Finanztransparenz (ATTF) der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die ATTF hatte die Kundgebung organisiert.

Der Schweizer Botschafter habe den Mitgliedern der ATTF versichert, dass die Schweiz ein Rechtsstaat sei, dass die Blockade von Ben Alis Konten wirksam gewesen sei und dass sie der Eidgenossenschaft vertrauen könnten, sagte Remadi weiter.

Combernous habe eine offizielle Antwort der Schweiz auf die Petition versprochen und angekündigt, die Schweizer Regierung werde versuchen, "die Dinge zu beschleunigen".

Der Schweizer Diplomat erklärte den Tunesiern laut Remadi auch, wie mit den gesperrten Geldern weiter verfahren wird. Combernous habe betont, dass nun die tunesische Regierung und die tunesische Zentralbank ihre Untersuchung machen und den Beweis erbringen müssten, dass die in der Schweiz blockierten Gelder illegalen Ursprungs seien.

"Die unrechtmässige Herkunft der Gelder ist mehr als offensichtlich", sagte Remadi. Seiner Ansicht nach sind die Forderungen der Schweiz für die tunesische Bevölkerung unverständlich.

Remadi kritisierte, dass die internationale Gemeinschaft über die Veruntreuung tunesischer Gelder informiert gewesen und trotzdem während Jahren mit Ben Ali "marschiert" sei. "Wir sind bis zum Hals verschuldet", sagte Remadi. "Wir akzeptieren nicht, noch länger verschuldet zu sein."