Susanne Hörth

Tempo 30 in allen Quartieren von Gipf-Oberfrick? Wenn es nach dem Willen von mehr als 300 Stimmberechtigten geht, soll darüber an der Urne entschieden werden. Ende November hatten an der Gemeindeversammlung 123 der 205 anwesenden Stimmberechtigten einen Planungskredit für Tempo 30 auf den Quartierstrassen befürwortet. Gegen diesen Entscheid wurde das Referendum ergriffen. 230 Unterschriften wären nötig gewesen. 324 Gipf-Oberfricker haben innert weniger Tage ihre Unterschrift auf die Referendumsbögen gesetzt. Diese Bögen übergaben die Referendumsinitianten Emanuel Suter, Dominik Suter und Hans Gadient am Dienstagmorgen dem Gemeindeschreiber Urs Treier.

Mit den 30000 Franken, die für den Planungskredit gesprochen wurden, könnten bereits heute verschiedene Massnahmen zur Verkehrsberuhigung umgesetzt werden, zeigten sich die Referendumsinitianten überzeugt. Ausserdem sei an einem Infoabend ein falsches Signal gesetzt worden. So sei damals aus der Versammlung erwähnt worden, dass die Strassen dank Tempo 30 von den Kindern fürs Spielen genutzt werden könnten. Zudem befürchten vor allem die Handwerker im Dorf, dass durch die Temporeduzierung ein mit Kosten verbundener Zeitverlust entstünde. Wie Gemeindeschreiber Urs Treier betonte, gehe es nicht darum, «Spielstrassen» entstehen zu lassen. Vielmehr soll dank Tempo 30 eine Aufwertung der Wohn- und Lebensqualität in den Gipf-Oberfricker Quartieren erreicht werden. Dies, ohne dass dadurch Einzelne eine massive Einschränkung erfahren würden.

Urnengang eventuell im März

An seiner ersten Sitzung im neuen Jahr wird der Gemeinderat von Gipf-Oberfrick die Unterschriften auf ihre Gültigkeit prüfen. Es ist aber angesichts der grossen Anzahl der Unterschriften davon auszugehen, dass das Referendum zustande gekommen ist.

Laut Urs Treier ist der frühste Urnentermin am 7. März möglich. An der Gemeindeversammlung hätten rund 5 Prozent über das Sachgeschäft abgestimmt, an der Urne liege dieser Stimmanteil sicherlich bei 30 bis 40 Prozent, zeigte sich Hans Gadient überzeugt.

Das Thema Tempo 30 in Gipf-Oberfrick führte bereits vor einigen Jahren zu intensiven Diskussionen. Damals hatte der Gemeinderat die Meinung vertreten, dass anstelle von flächendeckendem Tempo 30 punktuelle Massnahmen genügen würden. Im November 2003 sprachen sich an der Gemeindeversammlung 177 für ein Verkehrsgutachten zur Einführung von Tempo 30 aus. 177 Stimmberechtigte sagten Nein. Den ablehnenden Stichentscheid bei dieser Pattsituation fällte Gemeindeammann Andreas Schmid. Daraufhin wurde das Referendum ergriffen. Im Mai 2004 wurde der Kredit für ein Verkehrsgutachten mit 71 Prozent Nein-Stimmen deutlich abgelehnt.

Nun wird das Gipf-Oberfricker Stimmvolk ein weiteres Mal an der Urne über die Ein-führung von Tempo 30 im Dorf entscheiden.