Es brauche «klare Vorschriften», sagte Baeriswyl in der Zeitung «Der Sonntag». Grund für die Kritik sind App-Anbieter, die datenschutzwidrig persönliche Daten der Nutzer sammeln. Problematisch sei etwa das in Schweiz beliebte Gratis-App Viber, mit dem man kostenlos telefonieren könne. «Viber saugt das ganze Telefonbuch ab und bewahrt die Daten zu den Telefonverbindungen 30 Monate lang auf», so Baeriswyl. «Was mit diesen Daten passiert, ist völlig intransparent.»

Es brauche dringend neue «Sicherheitsstandards», fordert der Datenschützer: «Diese Sorgfaltspflicht muss man gesetzlich verankern.» Vor dem Datenhunger der Apps warnt auch Thomas Heinis von der ETH Lausanne: «Heikel ist, dass damit viele Daten gesammelt werden können. Daraus lassen sich detaillierte Benutzerprofile erstellen.» Werbefirmen könnten damit die Smartphone-Besitzer gezielter bewerben, «im schlimmsten Fall kann das aber auch zu Identitäsdiebstahl führen», sagte Heinis im „Sonntag".

Oft würden Apps sehr persönliche Daten speichern, zum Beispiel die Budgetplanung. «Diese Daten können auf einfache Art zweckentfremdet werden, etwa zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit», so Heinis. Für Internet-Giganten eröffnet sich hier ein wahres Datenparadies: «Google kann viele Daten der Apps mit Benutzerdaten der restlichen Google-Dienste zusammenführen». Eine kürzlich publizierte Studie einer internationalen Forscherteams unter Leitung der Technischen Universität Wien zeigt das Ausmass des Datenklaus: Mehr als die Hälfte von 1400 analysierten Apps sammelte Daten der Nutzer und gab sie sogar an Dritte, zum Beispiel Werbefirmen weiter.