Dietikon
Das Zentrum als Zankapfel

Auf harte Kritik trafen im Dietiker Parlament die Anmerkungen des Stadtrats zum Stadtzentrum und der Berücksichtigung der verschiedenen Ansprüche. Gefordert wurde ein aktiveres Vorgehen in dieser Frage.

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Das Zentrum als Zankapfel

Das Zentrum als Zankapfel

Limmattaler Zeitung

Matthias Kessler

Fussgänger, Velofahrer, Gewerbetreibende, Bremgarten-Dietikon-Bahn, motorisierter Privatverkehr - im Dietiker Stadtzentrum treffen die Interessen verschiedenster Gruppen aufeinander. Seit Jahren wird nach Lösungen gesucht, wie diese am besten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind. Im Rahmen der Besprechung von zwei Vorstössen von Patrick Knecht (CVP) - einer zur Schaffung einer Begegnungszone, ein zweiter zum Verkehr im Zentrum - wurde die Frage im Parlament diskutiert.

"Belustigender" Vorschlag

Die Idee eines Flussrestaurants sei «belustigend», meinte SVP-Gemeinderat Stephan Wittwer; er frage sich, ob sich Martin Müller, der das Postulat eingereicht hatte, und seine Partei, die FDP, bereits im Wahlkampf befänden. Pius Meier (CVP) stellte in Frage, ob es ein solches Restaurant brauche und wollte unter anderem wissen, ob man sich bei der FDP Gedanken wegen des Hochwasserschutzes gemacht habe.
Der Antrag auf Nichtüberweisung wurde mit 28 zu 5 Stimmen gutgeheissen. (mke)

Man höre viel, aber nichts Konkretes, wohin der Stadtrat mit dem Zentrum wolle, meinte CVP-Gemeinderat Pius Meier. Dennoch gebe er die Hoffnung nicht auf, dass sich etwas verändere. Wahrscheinlich sei aber noch viel Geduld notwendig, «sehr viel Geduld».

Dauerparkieren wird teurer

Die Parkierverordnung der Stadt Dietikon wird in einem Punkt abgeändert: Mit 31 zu 2 Stimmen genehmigte das Parlament die vom Stadtrat beantragte Erhöhung der Gebühren für nächtliches Dauerparkieren auf öffentlichem Grund: Für leichte Motorwagen wird der Tarif von 30 auf 40 Franken pro Monat angehoben, für schwere Motorwagen von 70 auf 90 Franken. Zudem wird neu die Kategorie Lieferwagen geschaffen; statt wie bisher 30 Franken werden hier 60 Franken verlangt.


Mit dieser Massnahme will der Stadtrat erreichen, dass die Parkplätze in den Quartieren von Anwohnern und Besuchern genutzt werden können und nicht von Firmen für das Abstellen ihrer Wagen verwendet werden. Man rechnet mit 100 000 Franken Mehreinnahmen pro Jahr für die Stadtkasse. (mke)

«Respektvolles» Begegnen

Taten- und Planlosigkeit warf Anton Kiwic (SP) dem Stadtrat bezüglich Zentrum vor. Er frage sich, so Kiwic, warum nicht einfach ein Feldversuch gestartet werde, beispielsweise eine temporäre Strassensperrung im Bereich Merkur-/Weiningerstrasse - um Daten zu sammeln: «Die Zufahrt zum Bahnhof wäre trotzdem von allen Seiten gewährleistet, der Durchgangsverkehr müsste jedoch ausweichen», meinte Kiwic.

Lucas Neff (Grüne) erklärte, dass es darum gehe, «eine Zone einzurichten, in der sich die Menschen respektvoll begegnen können». Die Stadt müsse in dieser Frage «weiter aktiv sein» und sich beispielsweise an Chur orientieren; dort habe man eine provisorische Begegnungszone geschaffen.