Ein paar Veranstaltungen liegen schon zurück, und zahlreiche stehen noch bevor. In der Autobahnraststätte am Anschluss in Affoltern herrscht in diesen ersten Tagen nach ihrer «Geburt» hektische Betriebsamkeit. Sie ist bei den Machern begleitet von der Freude über einen auch in architektonischer Hinsicht geglückten Wurf. Danach sah es in den ersten Wochen und Monaten nach Lancierung der Idee gar nicht aus. Als er einen Nationalrat aus der Region gefragt habe, was er vom Projekt einer Raststätte halte, habe er die Antwort erhalten: «Ach, das ist doch ein Schaumschläger-Projekt, das zu spät angepackt, mit den falschen Personen besetzt und nicht finanziert werden kann, das nie kommt». «Politiker sind doch Hoffnungsträger», fügte Schroeder dem damaligen Statement des Politiker mit leicht zynischem Unterton bei und rief den Aktionären im Festzelt zu: «Die Raststätte ist heute, nach fünf Jahren, betriebsbereit. Darauf sind wir stolz!».

Verantwortung übernehmen, Verantwortung tragen

Mit der Eröffnung der Raststätte nehmen rund 150 Personen, mehrheitlich aus der Region stammend, ihre Arbeit auf. Und für Karl E. Schroeder bedeutet Arbeit unter anderem: Verantwortung übernehmen und Verantwortung tragen - und dies in Zeiten, in denen Verantwortung nicht mehr so populär ist. Höchste Wirtschaftsführer hätten im vergangenen Jahr zuhauf gemassregelt, kritisiert und sich grossmaulig mit Lösungen zur Wirtschaftskrise in Pose geworfen. In ihrem Arbeitsbereich seien sie jedoch kläglich gescheitert, hätten aber deswegen den Dienst nicht quittiert und seien anderswo wieder an oberster Stelle anzutreffen gewesen. «Dass mit einer solchen Einstellung auf längere Sicht ein Unternehmen respektive Bürgergemeinschaft keinen Erfolg hat, liegt auf der Hand», fügte Schroeder bei.

Neue Ideen entwickeln

Er betonte die Wichtigkeit der Übernahme von Verantwortung auch in der Raststätte - jeder der 150 Mitarbeitenden müsse das auf seine Weise tun; bei Fehlleistungen sei mit Konsequenzen zu rechnen. «Als Dienstleistungsunternehmen sind wird bereit, ja geradezu verpflichtet, unseren Gästen zu dienen.» Schroeder sprach von klaren Bedürfnissen der Gäste einer Raststätte und davon, wie wichtig es ist, den Kunden die kurze Zeit ihrer Präsenz auf der Raststätte so angenehm wie möglich zu gestalten, ihre Wünsche und Anliegen zu erfüllen.

Und nach einem Dank an jene, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben, kündigte der Verwaltungsratspräsident an: Der Verwaltungsrat hat neue Ideen. Wir werden uns nach der Eröffnung der Autobahnraststätte vermehrt Zeit nehmen, diese Ideen zu entwickeln und auf deren Realisierbarkeit zu prüfen.» Welche Ideen verwirklicht werden sollen, sagte er noch nicht, lud dann aber die Aktionäre zum Rundgang und zum Nachtessen in der betreibsbereiten Autobahnraststätte ein.