Der ehemalige St.Galler Radprofi Beat Breu ist auch am Tag nach dem Aus seines Zirkus-Projekts noch wütend: «Das waren übelste Machenschaften», sagt er auf Anfrage. Was war passiert? Laut Breu seien Mikrofone versteckt und Kabel ausgesteckt worden. «Wir wurden von unserem ehemaligen Geschäftspartner belogen, beleidigt und sabotiert.» Am Ende sei es nicht mehr zum Aushalten gewesen. «Deshalb haben wir den Stop-Knopf gedrückt.»

Weshalb es so weit kam, kann Breu nicht mit Sicherheit sagen. Er hat aber einen Verdacht: «Unser ehemaliger Partner hat uns nur benutzt, um mit seinem Zirkus in die Schweiz zu kommen. Jetzt wollte er uns loswerden, damit er alleine durch die Schweiz hätte touren können.»

Spannend, aber mit Steigerungspotenzial: So war Beat Breus erste Zirkusvorstellung

Spannend, aber mit Steigerungspotenzial: Am 5. August feierte Breu mit seinem Zirkus Premiere

Vom Profi-Radrennfahrer zum Zirkusdirektor: Beat Breu erfüllte sich einen grossen Traum. Sein Zirkus "Circus Beat Breu" feierte in Winterthur Premiere. Mit dabei: Viele seiner Freunde und Bekannten.

Besucherzahlen waren nicht gut

Der bisherige Partner Beat Breus aus Deutschland wies die Vorwürfe gegen über dem «Blick» umgehend zurück. Das Problem sei, dass keine Zuschauer in den Zirkus gekommen seien. Das Ganze sei Beat Breu schlicht über den Kopf gewachsen. Weshalb Breu ihm jetzt vorwerfe die Vorstellungen sabotiert zu haben, wisse er auch nicht. Wenn aber einer belogen worden sei, dann er selbst. «Denn Geld, wie es versprochen wurde, haben wir nicht verdient», lässt sich der Geschäftspartner gegenüber «Blick» weiter zitieren. Die Rede war sogar von 17'000 Franken, die Breu nach zwei Wochen Zirkusbetrieb schulde. Gegenüber dieser Zeitung war der ehemalige Geschäftspartner für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Es stimme zwar, dass er sich höhere Zuschauerzahlen gewünscht hätte, sagt Beat Breu. «Das ist aber sicher nicht der Grund, weshalb wir einen Schlussstrich gezogen haben.» Die eigentliche Zirkus-Zeit, der Herbst, sei ja erst bevorgestanden. Zudem habe es für die bevorstehenden Vorstellungen bereits viele Reservationen erhalten.

Da war die Welt noch in Ordnung: Beat Breu an der Premiere seines Zirkus-Programms.

Da war die Welt noch in Ordnung: Beat Breu an der Premiere seines Zirkus-Programms.

Trotz der Manipulationsvorwürfe will Breu aber keine rechtlichen Schritte einleiten. Er sei keiner, der dreckige Wäsche waschen wolle. «Auch wenn es weh tut, wir haben damit abgeschlossen.» Der interne Zwist mit seinem ehemaligen Geschäftspartner sei einfach der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe.

Gegenwind von aussen

Beat Breus Zirkus hatte bereits kurz nach der Premiere, die Anfang August in Winterthur stattfand, für Schlagzeilen gesorgt. Polizei, Zollbeamte und das Schaffhauser Arbeitsinspektorat statteten dem Zirkus einen Besuch ab. Dabei ging es laut Angaben der Behörden unter anderem um eine arbeitsrechtliche Untersuchung, die allerdings keine gravierenden Missstände zutage führte.

Dies sei aber nicht die einzige Hürde vor der Premiere gewesen, so Breu. «Der Gegenwind kam auch von anderen Zirkussen.» Was und wen er damit genau meint, wollte er aber nicht sagen. «Ich kann nichts beweisen.» Man könne sich aber vorstellen, dass die anderen Zirkus-Unternehmen keine Freude an einem neuen Kontrahenten gehabt hätten, sagt Breu.

«Wir haben zwar die Etappe verloren, nicht aber das Rennen»

Trotz aller Rückschläge will sich Beat Breu nun nicht unterkriegen lassen. «Wir haben zwar die Etappe verloren, nicht aber das Rennen.» Er sei ein Kämpfer und wolle seinen Traum nicht so einfach aufgeben. Wann und wie er mit seinem Zirkus zurückkommen wird, könne er aber noch nicht sagen. Nur so viel: «Der Circus Beat Breu ist noch nicht am Ende!»

SRF berichtete über Breus Zirkustraum

Als Betreiber eines Bistros im «Royal» hatte Beat Breu bereits Zirkusluft geschnuppert. In der Folge beschloss er, einen eigenen Zirkus zu gründen. Einen Teil des Gelds nahm er per Crowdfunding ein. Das Schweizer Fernsehen widmete dem 61-Jährigen und seinen Zirkusträumen vor einigen Monaten einen Beitrag in der Reihe «Reporter»: