Umwelt

Das Volk hat das letzte Wort zum neuen Jagdgesetz

Ihnen soll es an den Kragen gehen, auch auf Vorrat: weil das Referendum gegen die Lockerung des Jagdgesetzes zustande kommt, hat das Volk das letzte Wort zum "Abschussgesetz" gegen Wolf, Steinbock und Co. (Archivbild)

Ihnen soll es an den Kragen gehen, auch auf Vorrat: weil das Referendum gegen die Lockerung des Jagdgesetzes zustande kommt, hat das Volk das letzte Wort zum "Abschussgesetz" gegen Wolf, Steinbock und Co. (Archivbild)

Das Referendum gegen das neue Jagdgesetz kommt zustande und wird am 9. Januar 2020 bei der Bundeskanzlei eingereicht. Damit hat das Stimmvolk das letzte Wort zur aus Sicht der Tierschützer «missratenen» Vorlage.

Seit dem 8. Oktober haben die Umwelt- und Tierschutzorganisationen mehr als 70'000 Unterschriften gesammelt, wie sie am Freitag mitteilten. Damit sei klar, dass das Referendum zu Stande komme. Die Sammelfrist läuft am 16. Januar ab.

Nach einem Nein könne das neu zusammengesetzte Parlament die Chancen für den Artenschutz angehen, die bei der vorliegenden Revision des Jagdgesetz verpasst worden sei, liess sich Pro Natura-Zentralsekretär Urs Leugger-Eggimann, Präsident des Trägervereins des Referendums, in der Mitteilung zitieren.

Der Schutz der Wölfe und anderer Arten soll gemäss Parlamentsmehrheit in der Schweiz mit dem revidierten Jagdgesetz gelockert werden. Die Lockerung des Schutzes soll sogar stärker werden, als der Bundesrat vorgeschlagen hatte.

Auch in Jagdbanngebieten

Künftig sollen die Behörden die Bestandesregulierung erlauben dürfen, ohne dass Wölfe Schaden angerichtet haben und ohne dass zuvor Schutzmassnahmen ergriffen werden müssen. Auch in Jagdbanngebieten - neu Wildtierschutzgebiete genannt - sollen Wölfe nicht sicher sein.

Diese Lockerung diene in einer Zeit von Biodiversitätsverlust und Artensterben einseitig Interessengruppen und schwäche den Schutz gefährdeter Tierarten statt ihn zu stärken, hiess es in der Mitteilung des Referendumskomitees. Für die Gegner des Jagdgesetzes hat das Parlament ein "Abschussgesetz" beschlossen, das bald auch andere Tierarten als Wölfe oder Steinböcke betreffen könne.

Der Trägerverein für das Referendum rechnet sich mit Blick auf die Abstimmung gute Chancen aus. Dabei beruft er sich auf Umfragen, wonach eine deutliche Mehrheit präventive Abschüsse ablehnt.

Dem Trägerverein für das Referendum gehören die Verbände Pro Natura, WWF, BirdLife, Gruppe Wolf Schweiz und zooschweiz an. Auch der Schweizer Tierschutz STS sammelte Unterschriften. SP und Grüne haben Unterstützung angekündigt.

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