Schweiz

«Das Tessiner Gesundheitssystem ist nahe am Limit»

«Die wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Krise werden uns Monate, wenn nicht Jahre beschäftigen», sagte Berset

«Die wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Krise werden uns Monate, wenn nicht Jahre beschäftigen», sagte Berset

Bundesrat Alain Berset war am Donnerstag auf Besuch im Tessin. Dabei attestierte der Gesundheitsminister dem Kanton «eine Pionierrolle» in der Corona-Krise.

Der zur Lombardei hin exponierte Kanton Tessin ist vom Corona-Virus sehr stark betroffen. Gemäss Angaben des Kantons sind bisher 638 Personen positiv auf COVID-19 getestet worden. Die Zahl der Todesfälle im Tessin seit 25. Februar beträgt 15, das ist fast die Hälfte aller Todesfälle in der Schweiz.

«Der Kanton Tessin hat eine Pionierrolle in dieser Corona-Virus-Krise übernommen», sagte Bundesrat Alain Berset, der am Donnerstag im Tessin weilte und den Staatsrat in corpore traf. Im Rahmen einer Medienkonferenz in Bellinzona lobte der Gesundheitsminister die vom Kanton Tessin frühzeitig getroffenen Massnahmen, sagte aber auch, dass alle Massnahmen nichts nützten, wenn sich die Bevölkerung nun nicht an die nötigen Empfehlungen hielte, sprich Abstand halten und den Ausgang vermeiden.

Berset verspricht logistische Unterstützung

«Das Tessiner Gesundheitssystem ist nahe am Limit», betonte Berset. Und sicherte zugleich die Solidarität des Bundes sowie der anderen Kantone sowie logistische Unterstützung zu. Berset wies auf eine Journalistenfrage Kritik zurück, wonach der Bund die Corona-Virus-Krise zu lange nicht ernst genommen hätte. Der Tessiner Gesundheitsdirektor Raffaele De Rosa hatte vor einigen Tagen erklärt, dass man ihm in Bern anfänglich «ins Gesicht gelacht hat», als er vom Gesundheitsnotstand im Tessin sprach.

Zur Sprache kamen auch die wirtschaftlichen Folgen, wobei auf das Massnahmenpaket des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) von morgen Freitag verwiesen wurde. Doch eine wichtige Aussage machte Berset bereits: «Die wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Krise werden uns Monate, wenn nicht Jahre beschäftigen», sagte Berset. Im Moment sei es unmöglich, genaue Prognosen zu machen.

Kritik, wonach die Schweiz nicht genügend Corona-Tests mache, wies Berset schliesslich zurück. «Wir machen im internationalen Vergleich fast die höchste Zahl von Tests, gleich nach Südkorea, alles andere sind Fake-News», so der Vorsteher des Departements des Inneren.

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