Delegiertenversammlung
Das SVP-Snowpenair am Genfersee

Die SVP hat ihren gefährlichsten Gegner im Wahlkampf 2011 ganz offensichtlich erkannt: Es ist die neuerdings klar links positionierte und profilierte SP. Die grösste Schweizer Partei nimmt die «kommunistische» Partei ins Visier.

Niklaus Ramseyer, Gland
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Sowohl Parteipräsident Toni Brunner als auch SVP-Programmdirektor Christoph Mörgeli schossen sich an der Delegiertenversammlung gestern in Gland VD jedenfalls scharf auf das «kommunistische» SP-Programm ein.

Es sei ein «Gruselprogramm», das ihm den Schlaf raube, spottete Mörgeli. Die SVP-Versammlung fand am Samstag bei schönstem, aber bitterkaltem Winterwetter im Freien hoch über dem Genfersee statt.

Das hatte im Vorfeld der Veranstaltung etwelches Aufsehen erregt. Und in ihren Reden beklagten sich die meisten SVP-Vertreter auch gestern bitterlich über die «Schande», dass die grösste Partei im Land in der Waadt keinen Raum («in der Herberge», so Mörgeli) gefunden habe.

Weniger Leute als erwartet

Der Aufmarsch war trotz prächtigem Wetter jedoch eher enttäuschend: Statt der erwarteten 800 Personen waren nur knapp die Hälfte auf dem mit Gaspilzen beheizten freien Feld erschienen. Immerhin hatte sich fast die ganze SVP-Prominenz von Brunner über Blocher und Mörgeli bis zu Bundesrat Ueli Maurer (siehe Kasten) ins Waadtland verschoben.

Das Wahlkampfprogramm der SVP, das rasch diskutiert und verabschiedet war, bringt wenig Neues: Es bekräftigt den Sonderfall und den Alleingang der Schweiz. Es warnt einmal mehr vor der EU, dem EWR und der Nato.

Und es betont die Neutralität, die Milizarmee und die Wehrpflicht. Fast einstimmig forderten die SVP-Delegierten dann aber auch den Austritt der Schweiz aus dem EU-Polizeiverbund «Schengen», was ein anwesender Polizeioffizier mit deutlichem Kopfschütteln quittierte.

Mit klaren Mehrheiten verlangt die SVP auch den Ausbau der zweiten Eisenbahnröhre am Lötschberg und die staatliche Förderung der Holzindustrie. Mit Saucisson, Gemüse und Weisswein ging der Parteitag in der verschneiten Landschaft der La Côte schon kurz nach Mittag zu Ende.