Wahlen 2019
Das Stöckli ist komplett – das Endresultat, die Statistik, alle Ständeräte und Ständerätinnen im Bild

Mit Aargau, Baselland und Schwyz wählen am Sonntag die letzten Kantone ihre Vertreter im 46-plätzigen Ständerat. Die Resultate. Die Übersicht über die Ständeratswahlen 2019.

Jürg Krebs
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Aargau Knecht Hansjörg (SVP, 73'692 Stimmen, links im Bild) Burkart Thierry (FDP, 99'372 Stimmen, rechts im Bild)
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Appenzell Ausserrhoden Andrea Caroni (FDP, 11'490 Stimmen)
Appenzell Innerrhoden Daniel Fässler (CVP, bereits am 28. April 2019 gewählt)
Basel-Landschaft Maya Graf (Grüne, 32’581 Stimmen)
Basel-Stadt Eva Herzog (SP, 37'230 Stimmen)
Bern Werner Salzmann (SVP, 154'586 Stimmen, links im Bild) Hans Stöckli (SP, 157'750 Stimmen, rechts im Bild)
Freiburg Johanna Gapany (FDP, 31'122 Stimmen) Christian Levrat (SP, 38'337 Stimmen)
Genf Lisa Mazzone (Grüne, 45'998 Stimmen) Carlo Sommaruga (SP, 41'839 Stimmen)
Glarus Thomas Hefti (FDP, 7544 Stimmen) Mathias Zopfi (Grüne, 5684 Stimmen)
Graubünden Stefan Engler (CVP, 30'033 Stimmen) Martin Schmid (FDP, 26'629 Stimmen)
Jura Elisabeth Baume-Schneider (SP, 8895 Stimmen) Charles Juillard (CVP, 7630 Stimmen)
Luzern Andrea Gmür (CVP, in stiller Wahl bestätigt) Damian Müller (FDP, 65'784 Stimmen)
Neuenburg Philippe Bauer (FDP, 11’044 Stimmen) Céline Vara (Grüne, 10'035 Stimmen)
Nidwalden Hans Wicki (FDP, stille Wahl)
Obwalden Erich Ettlin (CVP, stille Wahl)
St. Gallen Paul Rechsteiner (SP, 62'750 Stimmen, links im Bild) Beni Würth (CVP, 77'893 Stimmen, rechts im Bild)
Schaffhausen Hannes Germann (SVP, 17'333 Stimmen) Thomas Minder (parteilos, 14'813 Stimmen)
Schwyz Othmar Reichmuth (CVP, 19'582 Stimmen) Alex Kuprecht (SVP, 24'695 Stimmen)
Solothurn Pirmin Bischof (CVP, 42'234 Stimmen) Roberto Zanetti (SP, 42'666 Stimmen)
Tessin Marina Carobbio Guscetti (SP, 36'469 Stimmen) Marco Chiesa (SVP, 42'552 Stimmen)
Thurgau Brigitte Häberli-Koller (CVP, 43'434 Stimmen) Jakob Stark (SVP, 37'913 Stimmen)
Die gewählten Ständeräte im Überblick
Waadt Olivier Français (FDP, 86'354 Stimmen) Adèle Thorens Goumaz (Grüne, 83'031 Stimmen)
Wallis Marianne Maret (CVP, 48'402 Stimmen) Beat Rieder (CVP, 52'355 Stimmen)
Zug Peter Hegglin (CVP, 19'909 Stimmen) Matthias Michel (FDP, 17'206 Stimmen)
Zürich Daniel Jositsch (SP, 216'679 Stimmen) Ruedi Noser (FDP, 185'276 Stimmen)

Aargau Knecht Hansjörg (SVP, 73'692 Stimmen, links im Bild) Burkart Thierry (FDP, 99'372 Stimmen, rechts im Bild)

CH Media

Aargau: Burkart und Knecht machen das Rennen

Im Kanton Aargau sind die Nationalräte Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) im zweiten Anlauf neu in den Ständerat gewählt worden. Die Wahl verpassten Marianne Binder-Keller (CVP) und Ruth Müri (Grüne). Die SVP erobert den SP-Sitz zurück.

Der 44-jährige Thierry Burkart erzielte mit 99'372 Stimmen das beste Resultat der vier Kandidierenden. Mit 73'692 Stimmen wurde der 59-jährige Hansjörg Knecht in den Ständerat gewählt. Burkart und Knecht lagen bereits im ersten Wahlgang vorne und galten als Favoriten.

Keine Wahlchancen hatten die beiden Frauen. Die 61-jährige Marianne Binder-Keller, kantonale Parteipräsidentin und Grossrätin, erhielt 61'657 Stimmen. Sie war am 20. Oktober in den Nationalrat gewählt worden.

Die 49-jährige Ruth Müri, Grossrätin der Grünen und Stadträtin von Baden, gewann 58'754 Stimmen. Die Beteiligung bei der Stichwahl beträgt 37,35 Prozent.

Mit Müllerei-Unternehmer Knecht eroberte die Aargauer SVP ihren 2011 an die SP verlorenen Ständeratssitz zurück. Bei den Nationalratswahlen hatte die SVP jedoch fast 6,5 Prozentpunkte eingebüsst und musste einen Sitz abgeben. Mit 31,5 Prozent stellt sie nun sechs der 16 Aargauer Sitze im Nationalrat.

Die FDP konnte mit Rechtsanwalt Burkart den frei gewordenen Ständeratssitz von Philipp Müller verteidigen. Die CVP scheiterte nach 24 Jahren erneut, einen Ständeratssitz zu gewinnen.

Die SP schaffte es nicht, den frei gewordenen Sitz von Pascale Bruderer zu halten. Im ersten Wahlgang war SP-Nationalrat Cédric Wermuth mit deutlichem Abstand zum Duo Burkart/Knecht auf dem dritten Platz gelandet.

Wermuth gab auf und überliess Müri in der Stichwahl den Platz. Die SP unterstützte die Kandidatin der Grünen. Der Aargau schickt nun erstmals seit 2007 wieder zwei Männer in den Ständerat.

Die Kandidaten Marianne Binder-Keller, Thierry Burkart und Hansjörg Knecht.

Die Kandidaten Marianne Binder-Keller, Thierry Burkart und Hansjörg Knecht.

Chris Iseli

Baselland: Graf (Grüne) schlägt die FDP

Der Kanton Basel-Landschaft schickt mit Maya Graf (Grüne) erstmals eine Frau in den Ständerat. Die bisherige Nationalrätin erzielte 2093 Stimmen mehr als ihre Konkurrentin Daniela Schneeberger (FDP).

Die 57-jährige Maya Graf machte im zweiten Wahlgang 32'581 Stimmen, ihre 52-jährige Konkurrentin Daniela Schneeberger (FDP) 30'488 Stimmen. Somit wird Maya Graf, die dem Nationalrat seit 2001 angehört und diesen als erste Grüne 2012/2013 präsidierte, Nachfolgerin des Sozialdemokraten Claude Janiak. Der 71-Jährige war nach acht Jahren im National- und zwölf Jahren im Ständerat nicht mehr angetreten.

Dass die Sozialdemokraten den einzigen Baselbieter Ständeratssitz verlieren, war schon am 20. Oktober nach dem ersten Wahlgang klar. SP-Nationalrat Eric Nussbaumer nahm sich aus dem Rennen, nachdem er hinter Graf und Schneeberger auf dem dritten Platz gelandet war. Im zweiten Wahlgang konnte die Sozialarbeiterin und Biobäuerin Graf auf die Unterstützung der SP und EVP zählen, auch diverse CVP-Exponenten sicherten ihr die Unterstützung zu.

Die Wahlbeteiligung betrug 35 Prozent. Da Graf nun in den Ständerat gewählt wurde, wird Landrätin und Sekundarlehrerin Florence Brenzikofer als Erstnachrückende ihren Sitz im Nationalrat übernehmen.

Maya Graf und Daniela Schneeberger: Wer schaffts ins Stöckli?

Maya Graf und Daniela Schneeberger: Wer schaffts ins Stöckli?

NIZ

Schwyz: SVP verliert zweiten Sitz

Die Schwyzer CVP kehrt nach achtjähriger Pause in den Ständerat zurück. Die Stimmberechtigten haben im zweiten Wahlgang Othmar Reichmuth (CVP) den Vorzug gegenüber Pirmin Schwander (SVP) gegeben. Reichmuth löst den zurücktretenden Peter Föhn (SVP) ab.

Baudirektor Reichmuth erhielt 23'359 Stimmen, Nationalrat Schwander 21'338 Stimmen. Für die in Polen lebende Auslandschweizerin Honorata Züger stimmten 870 Personen. Die Wahlbeteiligung betrug 43,91 Prozent. Im ersten Wahlgang vom 20. Oktober war der Bisherige Alex Kuprecht (SVP) als Ständerat bestätigt worden.

2011 hatte die CVP ihren Ständeratssitz an die SVP verloren, die danach mit dem Duo Kuprecht-Föhn acht Jahre lang über beide Standesstimmen verfügte. Reichmuth wurde von der SP unterstützt, die FDP, die sich nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen hatte, beschloss Stimmfreigabe.

Othmar Reichmuth wohnt im Bergdorf Illgau, ist diplomierter Käsermeister und schloss eine Handels- und Verwaltungsschule ab. Der bald 56-Jährige ist seit 2010 Regierungsrat und steht dort der Baudirektion vor.

Othmar Reichmuth (CVP) ist neuer Ständerat des Kantons Schwyz.

Othmar Reichmuth (CVP) ist neuer Ständerat des Kantons Schwyz.

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Pirmin Schwander sowie SVP-Ständerat Alex Kuprecht am 20.Oktober im Wahlzentrum in Schwyz.

Pirmin Schwander sowie SVP-Ständerat Alex Kuprecht am 20.Oktober im Wahlzentrum in Schwyz.

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4. Alle Grafiken zur Sitzverteilung im National- und Ständerat