Historisch

Das stärkste Erdbeben der Schweizer Geschichte würde heute mehrere Tausend Menschen töten

Rot markiert sind die zehn stärksten Erdstösse in der Geschichte des Landes.

Rot markiert sind die zehn stärksten Erdstösse in der Geschichte des Landes.

Am Montagabend hat in der Schweiz die Erde mächtig gebebt. Der Stoss erreichte einen Wert von 4,6 auf der Richterskala. Viele der stärksten Erdbeben, die die Schweiz je erschüttert haben, liegen schon eine ganze Weile zurück.

Der Schweizerische Erdbebendienst der ETH Zürich meldete am Montag um 21.13 Uhr ein für die Schweiz aussergewöhnlich starkes Erdbeben. Dem Stoss folgten in der Nacht rund ein Dutzend leichtere Nachbeben. Die Haupterschütterung mit Epizentrum bei Ortstock (SZ) ist eine der stärksten seit Jahren in der Schweiz. Dennoch schafft es das Beben nicht in die Liste der zehn stärksten Erdbeben, die der Erdbebendienst führt.

Rekord aus dem Jahr 1356

Das stärkste historisch dokumentierte Erdbeben in der Schweiz mit einem Wert von 6,6 auf der Richterskala zerstörte 1356 grosse Teile von Basel. Es richtete vergleichbar schwere Schäden an wie jenes in San Francisco im Jahr 1906. Käme es heute in Basel zu einem ähnlichen Beben, wäre mit mehreren tausend Toten und Zehntausenden von Verletzten zu rechnen.

Beben mit einer Stärke um 6 sind laut SED alle 50 bis 150 Jahre möglich. Zum vorerst letzten Mal ereignete sich ein solcher Erdstoss 1946 bei Siders VS. Eine Person erlitt vor Schreck einen tödlichen Herzanfall, mehrere Menschen wurden verletzt. Glockentürme und Kamine stürzten ein. Ein solches Beben könne überall und jederzeit in der Schweiz auftreten, warnt der SED.

Historische Berichte als Grundlage

Der Erdbebendienst schreibt zu seiner Liste, dass Erdbeben seit Ende des 19. Jahrhunderts durch Seismographen und Seismometer aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungen seien aber erst seit den 1970er-Jahren als verlässlich anzusehen. Damals wurde das Messnetz modernisiert.

Weiter zurückliegende Ereignisse bestimmen Forscher anhand historischer Berichte. Diese Dokumente würden "historisch-kritisch analysiert, um eine möglichst korrekte Interpretation bzw. Rekonstruktion zu erzielen", schreibt der Erdbebendienst. (mwa/sda)

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