Bundeshaus
Das sind die grössten Schwänzer im Nationalrat

Würden sie an schulischen Massstäben gemessen, erhielten sie Verweise oder würden gar von der Schule fliegen. Doch viele Nationalräte schwänzen, was das Zeug hält - ungestraft.

Thomas Roth
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Keiner glänzte mehr durch Abwesenheit als Filippo Leutenegger (Archiv)

Keiner glänzte mehr durch Abwesenheit als Filippo Leutenegger (Archiv)

Keystone

Die Internetplattform «Politnetz» hat 88 Abstimmungen der Herbstsession ausgewertet, und manche Wählerinnen und Wähler dürften sich ob des Ergebnisses der Statistiker verwundert die Augen reiben.

Zuoberst auf der Abwesenheitsliste figuriert der Zürcher Nationalrat Filippo Leutenegger - nicht weniger als 53 Abstimmungen hat der ehemalige «Arena»-Dompteur geschwänzt. Eine Anwesenheitsrate von mageren 39 Prozent - da erscheint das durchschnittliche Jahressalär eines Parlamentariers der grossen Kammer (etwa 130 000 Franken inklusive Entschädigungen) plötzlich in einem anderen Licht.

Auch nicht viel besser ist es um die Präsenz des Thurgauer Bahnunternehmers Peter Spuhler bestellt, der am Dienstag seinen Rücktritt aus dem Nationalrat bekannt gegeben hat (die «Nordwestschweiz» berichtete). Der Thurgauer kommt auf eine Abwesenheitsrate von 56 Prozent - dicht gefolgt vom Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät, der bei 47 von 88 Sitzungen nicht im Saal anwesend war.

Die «Politnetz»-Statistik zeigt klar, dass die grossen Schwänzer in allen Parteien zu finden sind. Auffallend ist indes, dass die politischen Schwergewichte deutlich weniger diszipliniert sind als die Hinterbänkler. Und dann gibt es noch die Streber: 21 Nationalrätinnen und Nationalräte waren bei sämtlichen Abstimmungen anwesend. Vorbildlich - Note sechs.

Drei Politiker glänzten bei mehr als der Hälfte der Abstimmungen durch Abwesenheit.

(Quelle: www.politnetz.ch)