• Private: ORS wurde 1992 in der Schweiz gegründet. Während der Kosovokrise stieg die Firma mit Sitz in Zürich richtig ins Asylgeschäft ein. 2014 kaufte ORS den zweiten grossen privaten Player, die ABS Betreuungsservice AG, auf. In Basel, Boudry NE, Vallorbe VD, und Chiasso TI betreibt ORS heute die Empfangs- und Verfahrenszentren des Bundes. Hinzu kommen ein Transitzentrum am Flughafen Genf sowie weitere Bundesunterkünfte. Kantonale und kommunale Asyleinrichtungen betreibt ORS in den Kantonen Zürich, Aargau, Solothurn, Freiburg und Basel-Landschaft. Das Firmengeflecht hinter ORS ist komplex. An der Holding, zu der ORS gehört, ist die britische Gesellschaft Equistone beteiligt.
  • Hilfswerke: Neben Spenden sind öffentliche Aufträge, zum Beispiel in der Flüchtlingsbetreuung, eine typische Einnahmequelle der Hilfswerke. Viele mischen auf dem Markt mit, Caritas, Heks, die Heilsarmee oder das Rote Kreuz zum Beispiel. Caritas etwa betreute im Kanton Luzern bis ins Jahr 2016 die Asylsuchenden, ehe der Kanton diese Aufgabe an eine eigens dafür gestellte kantonale Stelle übertrug. Vergangenen Herbst buhlten mehrere Hilfswerke um Mandate des Bunds für die Rechtsvertretung in den beschleunigten Verfahren in den Bundesasylzentren («Gratis-Anwälte»). Heks, Caritas, das Schweizerische Arbeiterhilfswerk und andere erhielten den Zuschlag. Leer ausgegangen ist das Rote Kreuz, das zusammen mit dem Beratungsunternehmen PwC ein Angebot einreichte.
  • Organisationen der öffentlichen Hand: Die dritte Gruppe sind Anbieter wie die Asyl-Organisation Zürich (AOZ), welche im Auftrag des Bunds die Empfangs- und Verfahrenszentren Altstätten SG und Kreuzlingen TG sowie das Transitzentrum am Flughafen Zürich und weitere Bundesunterkünfte führt. Daneben betreut die AOZ, welche eine öffentlich-rechtliche Anstalt ist, Asylsuchende in Unterkünften des Kantons Zürich. Direkt von Mitarbeitern kantonaler Ämter betreut werden Asylsuchende etwa in den Kantonen Luzern und St. Gallen.