Lilly-Anne Brugger

«Das alte Schulhaus ist das älteste öffentliche Gebäude in Stein. Deshalb sollte es erhalten bleiben», sagt Stefan Lüthi, Präsident der SVP Stein. Im Zusammenhang mit dem geplanten Generationen-Campus würde dieses Schulhaus, das die Gemeinde Stein im Jahr 1857 erworben und mehrfach umgebaut hat, jedoch abgerissen - genauso wie das Restaurant Rheinfels und der alte Werkhof mit dem ehemaligen Feuerwehrmagazin. Dies ist einer der Gründe, weshalb die SVP das Referendum gegen den Projektierungskredit für den Generationen-Campus ergriffen hat. «Ausserdem passt das projektierte Gebäude des Generationen-Campus nicht ins Ortsbild von Stein und es ist auch nicht die Aufgabe der Gemeinde, ein solches Projekt zu finanzieren», erklärt Lüthi. Er findet, die Wohnbaugenossenschaft müsste die Finazierung selber bestreiten.

Kein bauhistorischer Wert

Als unproblematisch bezeichnet Hugo Sacher, Leiter der Arbeitsgruppe Generationen-Campus, den Abriss: «Einen besonderen bauhistorischen Wert gibt es beim alten Schulhaus nicht.» Deshalb sei das Gebäude nie in die Kategorie «Kulturobjekt von kommunaler Bedeutung» aufgenommen worden. «Eine Fachperson von der Ortsbildpflege und des Heimatschutzes hat uns bestätigt, dass sich am Schulhausanbau aus dem Jahr 1932 und dem alten Schulhaus keine Gemeinsamkeiten finden lassen.»

«Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters», meint SVP-Präsident Lüthi und betont, dass das alte Schulhaus für viele Steiner grossen emotionalen Wert habe. «Deshalb fordern wir, dass der Gemeinderat ein Sanierungsgutachten durchführt.» Das Ergebnis dieses Gutachtens zur Sanierung solle auch der Bevölkerung mitgeteilt werden, so Lüthi. Das renovierte Schulhaus könnte dann zum Beispiel als Vereinslokal genutzt werden.

Sanierung «Rheinfels» zu teuer

Auch für das Restaurant Rheinfels, das die Gegner des Generationen-Campus erhalten möchten, sieht Sacher keine Zukunft: «Die Bausubstanz des Gebäudes ist schlecht. Die Sanierung käme so teuer wie ein Neubau.» Ausserdem bestehe mit dem Generationen-Campus die Chance, einen Zeugen aus der heutigen Zeit zu erstellen, der für zukünftige Generationen bauhistorischen Wert habe, betont Sacher.