Unfälle
Das schmerzt: Suva wirbt mit «Fail-Videos» aus dem Internet

Ein kurzer Lacher und ganz viele Klicks – das bringen die meisten Internet-Videos von ungeschickten Menschen (oder Tieren) mit sich. Welche Folgen die viralen Patzer aber sonst noch haben, hat die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt ausgerechnet.

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Ein Mann steigt auf eine morsche Leiter, als diese plötzlich auseinanderbricht, ein anderer haut mit einem Hammer auf eine Holzlatte, die ihm postwendend ins Gesicht schnellt.

Es sind solche kurzen, schadenfreudigen Videos, die tagtäglich auf Facebook, Youtube und Co. Abertausende zum Lachen bringen.

Das Lachen – und oft auch ein kalter Schauer – sind nicht die einzigen Folgen solcher Fails oder zu Deutsch: Missgeschicke.

Anhand dreier echter Videobeispiele zeigt Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, kurz Suva, auf: Die Missgeschicke haben Schädelbrüche, ein Hirntrauma oder einen gebrochenen Rückenwirbel zur Folge. Die Heilkosten belaufen sich je nach Fall (oder «Fail») auf 5000 bis 200'000 Franken.

Die Suva macht immer wieder auf die hohen Unfallkosten aufmerksam. Erst am Dienstag vermeldete sie, dass nur schon die Unfälle von Suva-Versicherten, die sich noch vor der Znünipause ereignen täglich rund 1,5 Millionen Franken kosten.

Die «Fail-Videos» sollen die Schweizer vor allem in den sozialen Medien erreichen. Die Botschaft bleibt dieselbe: «Kunden der Suva sollen erfahren, dass Unfälle neben menschlichem Leid auch hohe Kosten verursachen können und sie dank der Suva bei Unfällen finanziell abgesichert sind», so Mediensprecher Takashi Sugimoto.

Die Zielgruppe seinen Versicherte, aber auch die breite Öffentlichkeit. Den erreichten Personen scheint dieses «Stilmittel» zu gefallen: «Die Reaktionen waren bisher sehr positiv und bestätigen uns bei der Wahl dieses Kanals», so Sugimoto.

Die Fail-Videos sind nicht inszeniert, aber auch nicht aus der Schweiz. Sugimoto: «Die Suva hat sich die Rechte an diesen bereits bestehenden Videos für die Verwendung in Zusammenhang mit den Botschaften gesichert. Die Beispiele wurden, wie in den Videos vermerkt, nicht in der Schweiz aufgenommen.» (smo)

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