Schweiz

Das sagen die Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften zum Vorgehen des Bundesrats

Am Mittwoch kommunizierte der Bundesrat weitere Massnahmen im Kampf gegen die Coronakrise.

Am Mittwoch kommunizierte der Bundesrat weitere Massnahmen im Kampf gegen die Coronakrise.

Die am Mittwoch kommunizierten Massnahmen des Bundesrats sowie die angekündigte Lockerung der Massnahmen kommen nicht überall gleich gut an. Das sagen die einzelnen Organisationen.

(agl) Travail Suisse: Der Dachverband der Arbeitnehmenden begrüsst die Lockerungen der Massnahmen. Diese müssten jedoch mit Bedacht geschehen und den Schutz der besonders gefährdeten Personen gewährleisten. Um Angehörige und pflegende Eltern zu entlasten, habe für Travail Suisse die allfällige Öffnung von Schulen und Betreuungsinstitutionen höchste Priorität, teilt der Verband mit. Was die Ausweitung des Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung für Arbeitnehmende auf Abruf betrifft, sieht Travail Suisse nun die Arbeitgeber am Zug. Diese sollen auf Entlassungen verzichten.

Schweizerischer Arbeitgeberverband (SAV): Auch der Arbeitgeberverband unterstützt die Ausweitung der Kurzarbeit für Arbeitnehmer auf Abruf. Damit werde eine bestehende Lücke im Auffangnetz geschlossen. Der SAV fordert die Bekanntgabe eines Zeitplans für die Umsetzung der Lockerungen, so dass die Unternehmen ihre Tätigkeiten schrittweise und planbar wieder aufnehmen können.

Economiesuisse: Beim Wirtschaftsdachverband kommen die Ankündigungen des Bundesrats gut an. Auch Economiesuisse fordert, dass es nach dem 26. April eine klare Perspektive gibt, wie es weitergeht. Für einen Exit-Plan stellt der Verband in seiner Medienmitteilung einige Bedingungen: Wenn Unternehmen die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten können, sollen sie sie ihren Betrieb öffnen. Wo möglich soll jedoch weiterhin auf Home Office gesetzt werden. Als Sofortmassnahme sollen Spitäler auch nicht dringliche Behandlungen durchführen dürfen, sowie Baumärkte und Blumenläden den Betrieb wieder aufnehmen.

Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB): Der Gewerkschaftsbund sieht derweil noch viel zu tun, um die Krise zu bewältigen. In einer Medienmitteilung schreibt er, viele Probleme harrten auch nach vier Wochen noch einer Lösung. Die Frage, wie besonders gefährdete Arbeitgeber geschützt werden können, lasse der Bundesrat aus. Ebenso hätten die Gewerkschaften festgestellt, dass die Gesundheitsnormen nach wie vor nicht überall eingehalten würden. Der Druck der Wirtschaftsverbände, so schnell wie möglich zum Normalbetrieb zurückzukehren, sei verantwortungslos. Dem SGB fehlt zudem nach wie vor die Unterstützung der Kindertagesstätten durch den Bund.

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