Das Radon-Problem muss gelöst werden

In keinem Schulzimmer der Region wurden Radonwerte über dem Grenzwert festgestellt. Allerdings werden da und dort die Richtwerte übertroffen. Einige Gemeinden haben über die Sommerferien vom Kanton Hausaufgaben erhalten.

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Das Radon-Problem muss gelöst werden

Das Radon-Problem muss gelöst werden

Roman Huber

Auch in den Bezirken Baden, Brugg und Zurzach hat es einzelne Schulbauten, in denen die Messungen durch das Amt des Verbraucherschutzes des Kantons Aargau zu hohe Radonwerte feststellten. Mancherorts liegen die Messresultate über dem Richtwert von 400 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3). Der Grenzwert von 1000 Bq/m3 wird nur in wenigen Gemeinden in Räumen überschritten, die wenig bis kaum genutzt werden.

Wettingen hat sofort geschlossen

Die betroffenen Räume mit gemessenen Werten über 1000 Bq/m3 dürfen seit Bekanntgabe der Werte nicht mehr genutzt werden, denn das Radonproblem muss man ernst nehmen. Der Schulbetrieb ist dadurch kaum betroffen, denn diese Räume befinden sich meist im Untergeschoss und werden nicht oder nur beschränkt für schulische Zwecke benutzt.

Bei den Räumen im Untergeschoss der Kindergärten Altenburg 1 und 2 in Wettingen wurden 1000 Bq/m3 in einem Lagerraum bzw. Sitzungszimmer überschritten. Im Altbau des Schulhauses Altenburg sind ein Gruppenraum und ein Reserveraum im Untergeschoss betroffen. Der Gruppenraum steht nicht mehr zur Verfügung. Die Sanierung soll umgehend an die Hand genommen werden.

In Veltheim ist ein Lehrer-Vorbereitungszimmer betroffen, «Es sieht aber nicht dramatisch aus», erklärt Gemeindeammann Ulrich Salm. «Diesen Raum schliessen wir. Nach den Ferien werden wir sehen, wie wir sanieren können.» Ein Schulzimmer weist Werte von knapp über 300 Bq/m3 auf, ein weiterer Raum hat über 400; «er wird vom Abwart benutzt, der aber zu 95 Prozent nicht dort drin wirkt». Man werde die Räume gut lüften, heisst es.

Meistenorts muss der Bericht des Kanton erst genau angeschaut werden. So auch in Mülligen. Jörg Wegmann, Schul-Gemeinderat von Mülligen: «Als Sofortmassnahmen haben wir die Lehrerschaft orientiert und den Eltern ein Infoschreiben zukommen lassen.»

In Windisch sind die drei Gebäude der Schulanlage Dorf betroffen, sagt Kurt Schneider, Leiter Abteilung Planung und Bau, aber kein Schulzimmer. Zu hohe Werte seien in einem Werkraum sowie in einem Dusch- und einem Vereinsraum festgestellt worden. Es erfolgen noch Nachmessungen.

Vielleicht reicht besseres Lüften

Als Sofortmassnahmen würden die Schulzimmer vor dem Unterricht, in der Pause, am Mittag und, wann immer es möglich sei, gut gelüftet. «Wir wollen das Schuljahr ordentlich zu Ende führen – nach den Ferien sehen wir dann weiter», fügt Wegmann an. Vielerorts rechnet man, bereits mit einer guten Lüftungsstrategie dem Radon-Problem Herr zu werden.

Gleichzeitig herrscht aber eine grosse Ungewissheit über das tatsächliche Gefahrenpotenzial bzw. über Sanierungsmassnahmen. Laut der Radon-Verantlichen des Kantons, Eva Bantelmann, reiche es bei Räumen mit Werten zwischen 300 und 600 Bq/m3, wenn sie vor der Benutzung gut gelüftet würden.

Sind Fundament, Boden oder Wände in betroffenen Räumen undicht, so müssen diese abgedichtet werden. Bei hohen Radonkonzentrationen muss die radonhaltige Luft abgesaugt oder abgeleitet und der Raum belüftet werden.

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