Deborah Balmer

Fünf Architekturbüros hatten sich am Wettbewerb um die Erneuerung des Pestalozzi-Schulhauses beteiligt. Darunter auch eines aus Aarau. Doch am Ende haben die B.E.R.G-Architekten aus Zürich das Rennen gemacht. «Sie haben eindeutig die besten Lösungsvorschläge präsentiert», sagt Felix Fuchs, Stadtbaumeister Aarau. Wichtige Stichworte im Umbau der Handelsschule KV Aarau sind laut Felix Fuchs der Denkmalschutz, energetische Aspekte, die Nachhaltigkeit und die Funktionalität.

Das stattliche Gebäude an der Aarauer Bahnhofstrasse ist 1877 erbaut worden. Letztmals wurde es vor dreissig Jahren umfassend renoviert. Böse Zungen behaupten, die neuesten Anschaffungen im Schulhaus seien die Hellraumprojektoren und die Wandtafeln.

Kaffee- oder Abwaschmaschine

Der Rektor der Schule, Erich Leutenegger, gibt folgendes Müsterchen zum Besten: «Im Lehrerzimmer kann entweder die Kaffeemaschine oder die Abwaschmaschine benutzt werden – ist beides gleichzeitig im Betrieb, fällt der Strom aus», so der Rektor lachend. Zwar ist die Handelsschule auch schon im Zeitalter der Beamer angekommen: Doch für ein solch modernes Gerät in jedem Klassenzimmer hat das besagte Stromnetz eindeutig zu wenig «Pfus». «Wir müssen moderner werden in den Schulzimmern», sagt Leutenegger dann auch.

Neben dem Ausbau der Stromversorgung stehen andere wichtige Erneuerungen an: So soll der Eingangsbereich des denkmalgeschützten Gebäudes reaktiviert werden. «Es ist gut möglich, dass der Haupteingang in Zukunft wieder genutzt werden kann – und nicht wie jetzt nur die Nebeneingänge», sagt Felix Fuchs.

Auch soll das Innere des Eingangsbereichs wieder mehr zu einem Aufenthaltsbereich werden. Im zw eiten Stock soll die Aula teilweise in die Zeit von 1877 zurückgeführt werden. «Die Decke soll in Zukunft an die Zeit des Historizismus erinnern.» Generell sollen einzelne Bauteile künftig dem Minergiestandard entsprechen, so sollen etwa die Fenster besser isolieren. 1600 Lehrlinge kommen täglich ins Pestalozzi-Schulhaus. 4000 Erwachsene nutzen das Angebot der Erwachsenenbildung.

Umbau kostet 10 Millionen Franken

Die Handelschule KV Aarau ist bereit, den notwendigen Projektierungskredit von 800 000 Franken über das Schulbudget zu finanzieren. Erst nach Abschluss der Planungsarbeiten wird ersichtlich, welche Investitionen auf die öffentliche Hand warten: Laut Felix Fuchs wird der Umbau um die 10 Millionen Franken kosten. Vor Baubeginn im Jahr 2012 kommt es zu einer Volksabstimmung. Die Bauzeit würde etwa zwei Jahre betragen. Die fünf Wettbewerbs-Projekte sind ab heute eine Woche lang in der Handelsschule KV Aarau einsehbar.