Der Schiesssport ist bei den Jungen wieder beliebter. Seit das Mindestalter der Jungschützenkurse von 17 auf 15 gesenkt wurde, sind die Teilnehmerzahlen stark gestiegen. Im letzten Jahr nahmen 10'079 Jugendliche an einem solchen Kurs teil. Dies berichtete die «Schweiz am Wochenende». Nun zeigen neue Zahlen: Ein Grund für die Zunahme an Teilnehmern sind die Mädchen. Ihre Zahl hat sich in den letzten fünf Jahren um rund 50 Prozent erhöht. Im letzten Jahr besuchten 1672 Mädchen einen Jungschützenkurs. 2013 waren es erst 1112 gewesen.

Die Herabsetzung des Mindestalters sorgte auch bei den weiblichen Teilnehmern für einen Boom. Als im Jahr 2016 zum ersten Mal auch 15- und 16-jährige Mädchen teilnehmen konnten, schnellte die Teilnehmerzahl in die Höhe. Dies liegt daran, dass gleich drei neue Jahrgänge in den Kurs durften, während es in anderen Jahren immer nur ein neuer gewesen war. Erwartungsgemäss ging die Gesamtzahl der Teilnehmer im Jahr 2017 etwas zurück – nicht aber die Zahl der Mädchen. 2017 besuchten 20 Mädchen mehr einen Jungschützenkurs als noch im Vorjahr. Der Frauenteil klettert damit auf 17 Prozent. Vor Fünf Jahren waren es noch 14 Prozent.

Mehr Frauen in der Armee

Die Jungschützenkurse werden vom Bund unterstützt. Im letzten Jahr stiftete das Verteidigungsdepartement über 10'000 Gewehre und 930'000 Schuss Gratismunition. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 862'000 Franken. Ziel der Kurse ist es, auf die Schiessausbildung in der Rekrutenschule vorzubereiten. Dass sich auch Mädchen vormilitärisch ausbilden lassen, ergibt durchaus Sinn. Denn die Anzahl Frauen, die Militärdienst leiste, steigt. Im letzten Jahr traten 250 Frauen zum Dienst an. Das ist mehr als ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Die steigenden Teilnehmerzahlen der Mädchen in den vormilitärischen Jungschützenkursen zeigen auch: Der Armee dürften die schiessbegeisterten jungen Frauen nicht ausgehen. Wenn die Mädchen sich denn auch wirklich verpflichten. Denn die Rekrutenschule ist in der Schweiz für Frauen nach wie vor freiwillig, auch wenn sie auf Kosten der Armee bereits einen Jungschützenkurs absolviert haben.