Basellandschaftliche Pensionskasse
Das lange Suchen hat ein Ende

Die Basellandschaftliche Pensionskasse wird seit Jahren von Platzproblemen geplagt. Eigene Neubaupläne hat sie aufgegeben. Nun will sie in einen geplanten Bau nahe der EBL in Liestal einziehen.

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Standort blpk

Standort blpk

Schweiz am Sonntag

Von Daniel Ballmer

Noch will Geschäftsleitungsmitglied Roland Weiss nichts bestätigen - und nichts dementieren. Nur so viel: «Solange die Verträge nicht unterschrieben sind, geben wir keine offizielle Stellungnahme ab.» Dies solle in drei bis vier Wochen soweit sein. Doch schon heute ist klar: Für die seit Jahren von Platzproblemen geplagte Basellandschaftliche Pensionskasse (BLPK) zeichnet sich endlich eine definitive Lösung ab.

Sanierungsmassnahmen sind «auf Kurs»

Die Standortfrage ist nicht das einzige Problem, das die Basellandschaftliche Pensionskasse derzeit beschäftigt. Diese ist im Sog der Börsenturbulenzen regelrecht abgestürzt. Eine Deckungslücke von rund 1,5 Milliarden Franken hat sich aufgetan. Eine Arbeitsgruppe ist derzeit im Auftrag von Finanzdirektor Adrian Ballmer daran zu prüfen, wie die strukturelle Unterfinanzierung behoben und der Deckungsgrad von kürzlich noch 75,5 langfristig auf über 100 Prozent erhöht werden kann. Gleichzeitig wird ein Systemwechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat geprüft, wie er von der Finanzdirektion favorisiert wird. «Wir sind auf Kurs», betont Finanzverwalterin Yvonne Reichlin. Ein erster Bericht sei im Juni intern vorgestellt worden und werde nun ergänzt, um dann in die Vernehmlassung zu gehen. «Wir werden den Sozialpartnern aber keine fixfertige Lösung präsentieren, sondern eine Auslegeordnung möglicher Massnahmen.» Es gebe viele Varianten zur Schliessung der Lücke. Diese gelte es in der Vernehmlassung zu sondieren. «Die Massnahmen zur Schliessung der Deckungslücke müssen auf eine lange Periode ausgerichtet sein. Kurzfristige Überreaktionen sind fehl am Platz.» Es werde ein ausgewogenes Paket angestrebt. Der fertige Bericht soll bis Ende Jahr vorliegen. (db)

Und die Zeit drängt allmählich. Nachdem die BLPK ihre Neubaupläne an der Liestaler Rheinstrasse begraben musste, «wirds langsam eng», hatte Geschäftsleitungsvorsitzender Hans Peter Simeon immer wieder betont. Zwar wurde der jetzige BLPK-Standort räumlich optimiert, doch reicht der Platz auch weiterhin nicht aus. Lange war die BLPK auf der Suche nach Alternativen - vergeblich. Doch nun hat die Suche ein Ende.

Hintergrund: Im April 2006 hatte das Kantonsgericht die Beschwerde eines Anwohners gutgeheissen. Die BLPK durfte ihren 14-Millionen-Bau nicht wie geplant realisieren. Stolperstein war weder die Gebäudehöhe noch das Volumen. Beides wäre zonenrechtlich in Ordnung gewesen. Entscheidend war vielmehr, dass die Kasse nur 40 bis 50 Prozent des sechsstöckigen Verwaltungsneubaus selber nutzen und den Rest vermieten wollte. Das Argument, dass es zum Auftrag der BLPK gehöre, im Interesse der Versicherten eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, wurde vom Gericht nicht akzeptiert. Dies reiche nicht aus, um ein öffentliches Interesse geltend zu machen, wie es die ÖW-Zone verlange. Der Beschwerdeführer hatte gefordert, dass der Bau zu redimensionieren sei. Für die BLPK aber kam dies nie in Frage.

Nun will die BLPK auf eine Liegenschaft nahe der Elektra Baselland (EBL) umziehen, wo ein Neubau geplant werde. Bauherrin soll die Anlagestiftung Avadis sein, an welcher die BLPK direkt beteiligt ist. Die Pensionskasse werde sich hier dereinst einmieten, ist zu vernehmen. Es sei eigentlich immer klar gewesen, dass die BLPK in Liestal bleiben wolle, hatte der Geschäftsleitungsvorsitzende Simeon jeweils beteuert. «Hier haben wir schliesslich unsere meisten Kunden.»

Noch unklar ist, was mit dem Areal des ehemaligen Restaurants Reblaube geschehen soll, auf dem der BLPK-Neubau ursprünglich geplant war. «Wir werden das weitere Vorgehen nun prüfen», sagt Geschäftsleitungsmitglied Weiss. Immerhin handle es sich um eine Liegenschaft an bester Lage. Dafür gebe es immer wieder Bedarf - ob vom Kanton, der die nebenliegende Lehrmittelverwaltung besitzt, oder von anderer Seite. Sicher sei, dass die BLPK nun nichts überstürze. Weiss: «Wir können die Liegenschaft problemlos als Baulandreserve halten.»