Gemeindeversammlung
Das Hallenbad im Shoppi soll nicht baden gehen

Die Spreitenbacher Gemeindeversammlung hat das Subventionsreglement für die Kinderbetreuung gut geheissen. Für Josef Bütler war es die erste Gemeindeversammlung als Ammann. Die Bürger machten es ihm nicht schwer, sie stimmten allen Anträgen sehr deutlich zu. Kritische Fragen stellte dagegen die Finanzkommission.

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Hallenbad Shoppi Spreitenbach

Hallenbad Shoppi Spreitenbach

Aargauer Zeitung

Dieter minder

Beim Hallenschwimmbad Spreitenbach, es befindet sich im Shoppi, besteht Sanierungsbedarf. Unter anderem müssen die Chloranlage und die Warmwasserversorgung erneuert werden. Das dürfte 1 bis 2 Millionen Franken kosten. Ein konkretes Projekt gibt es noch nicht. «Die Erneuerung der Anlage darf erst in Angriff genommen werden, wenn die künftige Nutzung geklärt ist», forderte Finanzkommissionspräsident Valentin Schmid.

Der geltende Dienstbarkeitsvertrag mit der Gebäudeeigentümerin läuft bis 2019. Der Gemeinde wird im Vertrag eine Option zur Verlängerung eingeräumt. Dies ist für die Finanzkommission zu wenig verbindlich. Deshalb stellt sie Vertragsverhandlungen vor Baumassnahmen. Es gibt nach Ansicht der Finanzkommission noch einen weiteren Grund, auf das Hallenbad ein besonderes Augenmerk zu richten: Seit 2006 gehen die Eintritte kontinuierlich zurück.

Führungsbedarf ortete die Finanzkommission bei der Bauverwaltung. «Die Stellvertretung muss geregelt werden», forderte Präsident Valentin Schmid vom Gemeinderat. «Wir erwarten, dass die Reorganisation auch umgesetzt wird», sagte Schmid.

Ein sehr gutes Rechnungsjahr

«Wir können ihnen eine gute Rechnung präsentieren», sagte Gemeinderat Stefan Nipp. Bei einem Umsatz von 42 Millionen Franken schliesst sie mit einem Überschuss von 2,9 Millionen Franken. Das Geld wurde für zusätzliche Abschreibungen verwendet. Der Überschuss war für die FDP Anlass für eine Forderung: «Der Gemeinderat soll für 2010 eine Steuerfussreduktion auf 99 Prozent anstreben.» Momentan gilt ein Steuerfuss von 101 Prozent. «Höhere Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen haben zum Ergebnis beigetragen», sagte Nipp.

Dazu kommen auch Rückzahlungen des Kantons im Sozialbereich. Die gestiegenen langfristigen Schulden sind, so Nipp, auf die Ausfinanzierung der APK und den Halbanschluss A1 zurückzuführen. Momentan beträgt die Nettoschuld pro Einwohner 606 Franken. Im Hinblick auf die Wirtschaftssituation sagte Nipp: «Spreitenbach wird die Krise spüren.» Die Aktiensteuern, immerhin rund 25 Prozent der Steuereinnahmen der Gemeinde, werden zurückgehen.

Kurs für Einbürgerungsbewerber

Seit der letzten Gemeindeversammlung hat der Gemeinderat 30 Einbürgerungsbewerbungen geprüft. «15 mussten abgelehnt oder zurückgestellt werden, weil die Bewerber nicht alle Voraussetzungen erfüllten», sagte Gemeindeammann Bütler. Die anderen 15 Gesuche, insgesamt 26 Personen, wurden von der Versammlung angenommen. Damit die Bewerber die Voraussetzungen besser erfüllen, bietet die Volkshochschule Spreitenbach (VHS) spezielle Kurse an. Bütler wies noch ausführlich auf das Einbürgerungsprozedere hin. Spreitenbach habe beim Regierungsrat eine einheitliche Praxis beantragt: «Wir hoffen, dass der neue Justizdirektor sein Versprechen dafür halten wird.»

Unbestritten war das Subventionsreglement für die Kindertagesstätte. Den Bedarf an dieser ausserschulischen Kinderbetreuung zog niemand in Zweifel. Bis Ende Jahr wird diese, im Sinne einer Übergangslösung, noch von der Gemeinde geführt, danach übernimmt der Verein Wiki Würenlos diese Aufgabe. Der maximale Subventionsbeitrag wurde auf 180 000 Franken festgelegt. Ihr grundsätzliches Einverständnis mit dem Antrag gab eine Sprecherin der FDP bekannt, und sie ergänzte: «Wir fordern einen gesunden Mix von Kindern aller Einkommensschichten.»

Einiger Klärungsbedarf besteht noch beim Gebäude. Die Gemeinde beabsichtigt, dieses für 575 000 Franken zu kaufen. Für die Sanierung sind, rein informativ, in der Gemeindeversammlungvorlage zum Subventionsreglement 250 000 Franken aufgeführt. Die Summe ist zu klein, wie sich nun zeigt. «Heute haben wird nun einen Kostenvoranschlag mit 535 000 Franken erhalten», teilte Gemeindeammann Bütler an der Versammlung mit. «Der Gemeinderat wird diesen intensiv prüfen.» Das Gebäude soll sinnvoll und zugleich kostengünstig saniert und umgebaut werden. Den Kreditantrag stellte er für die Dezember-Gemeindeversammlung in Aussicht.