Antonov 124
Das grösste Transportflugzeug der Welt ist in Emmen zum letzten Mal gestartet

Eines der grössten Transportflugzeuge der Welt, eine Antonov An-124, ist am Mittwochmittag auf dem Militärflugplatz von Emmen LU gestartet. Es fliegt eine im Luzerner Vorort produzierte Raketenspitze in den Weltraumbahnhof von Florida in den USA.

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Der russische Flieger ist knapp 70 Meter lang, seine Spannweite erstreckt sich über 73 Meter. Die Antonov der Volga-Dnepr-Airline startete um 12.45 Uhr Richtung Osten, bog dann Richtung Norden ab und verschwand nur wenige Sekunden nach dem Start in den Wolken.

Die Antonov startet auf dem Flugplatz Emmen, die Bilder:

Das russische Transportflugzeug Antonov AN-124 hebt in Emmen ab.
16 Bilder
Medienschaffende verfolgen den Abflug.
Die Antonov AN-124 transportiert einen Teil einer Raketenspitze der Ruag Space.
Details im gewaltigen Laderaum der Antonov.
Hunderte Zuschauer haben sich in und rund um den Militärflugplatz Emmen versammelt.
Das russische Transportflugzeug Antonov AN-124 rund eine Stunde vor dem Start auf dem Militärflugplatz Emmen.
Im Laderaum ist die halbe Schale der Raketenspitze, die in der Ruag Space hergestellt wurde, gut erkennbar. Die Antonov kann Fracht von bis zu 120 Tonnen transportieren.
Aus der Nähe wird den Leuten die Dimension erst richtig bewusst. Die Antonov misst 70 Meter, bei einer Spannweite von rund 73 Metern.
Die Triebwerke heulen auf. Im Hintergrund die zahlreichen Planespotter.
Zwei von 15 Fachleuten der Antonov-Crew.
Zwei von vier Triebwerken der Antonov.
Die Antonov von unten sieht man aus dieser Distanz nicht alle Tage.
Die Antonov unmittelbar nach ihrem letzten Start in Emmen.
Ein Triebwerk aus der Nähe.
Ein Teil der Belegschaft der Ruag Space wartet in der Mittagspause auf den Start.
Die Antonov rollt auf die Startbahn.

Das russische Transportflugzeug Antonov AN-124 hebt in Emmen ab.

Nadia Schärli (Emmen, 30. September 2020

Im Frachtraum transportierte die Antonov eine 20 Meter grosse Raketenspitze für die amerikanische Trägerrakete Atlas V. Die sogenannte Nutzlastverkleidung war bei der Ruag Space in Emmen hergestellt worden und füllte fast die gesamte Ladefläche des Flugzeuges aus, wie Ruag mitteilte.

Die Nutzlastverkleidung macht rund einen Drittel der Gesamtlänge einer Trägerrakete aus. Sie besteht aus zwei Halbschalen aus Karbonfaserverbundwerkstoffen, die sich im All teilen. Sie schützt die Satelliten, die mit den Raketen in den Orbit transportiert werden, vor dem Start vor Sonne und Regen und während den ersten Flugminuten vor der dann entstehenden enormen Reibungshitze.

Letzter Auftrag

Bei dem Transport handelte es sich um die letzte in Emmen für Atlas-Raketen produzierte Nutzlastverkleidung. Künftig werden diese Raketenspitzen in einem Ruag-Werk in Alabama hergestellt. Die Antonovhabe sich damit zum letzten Mal im Auftrag der United Launch Alliance (ULA) von Emmen aus in die Luft erhoben, teilte Ruag mit.

Die ULA ist ein Zusammenschluss verschiedener Firmen und ist für den Start der Atlas-Raketen zuständig. Ruag Space arbeitet seit mehr als zehn Jahren mit der ULA zusammen. Mit der Verlegung der Produktion der Nutzlastverkleidung in die USA habe Ruag die strategische Partnerschaft mit der ULA stärken können, hiess es weiter.

Emmen bleibe aber das Kompetenzzentrum für die europäischen Trägerraketen Ariane und Vega, teilte Ruag mit. Die europäischen Raktenwürden seit 1979 mit Nutzlastverkleidungen von Ruag ins All fliegen. (sda)