Das Dorf braucht eine Beiz

Mit Alterswohnungen und dem geschlossenen Restaurant Weisser Wind beschäftigten sich die Freienwiler Gemeindeversammlungen.

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Aargauer Zeitung

Dieter Minder

Für 775 000 Franken wurde die Liegenschaft «Weisser Wind» den Freienwiler Ortsbürgern offeriert. Deren Angebot beträgt aber nur 506 000 Franken. Denn, das teilte Gemeinderat Martin Burger den Ortsbürgern mit, der «Weisse Wind» ist ein Abbruchobjekt. «Die Bausubstanz ist in einem sehr schlechten Zustand.» Das hatte die vom Gemeinderat lancierte Untersuchung durch René Müller von den KMP Architekten AG, Wettingen, ergeben. Trotzdem haben die Ortsbürger Interesse an der Liegenschaft. Sie würden gerne ein Haus mit Restaurant und 3 bis 4 Wohnungen aufstellen. «Finanziell wäre dies eine Herausforderung für die Ortsbürger», sagt Burger. Aber: «Freienwil braucht ein Restaurant.» Der «Weisse Wind» ist geschlossen und die «Eintracht» wurde nach den Ferien ebenfalls nicht mehr eröffnet. Momentan steht den Vereinen der ehemalige Kindergarten Weihermatt als Lokal nach Anlässen zur Verfügung.

Nur 1 Stimme Unterschied

Obwohl der «Weise Wind» ein Geschäft der Ortsbürgergemeinde ist, muss sich jetzt auch der Gemeinderat der Einwohnergemeinde darum kümmern. Mit 31 gegen 30 Stimmen hatte die Gemeindeversammlung den Antrag von Robert Müller angenommen. Dieser verlangt, dass der Gemeinderat an der kommenden Gemeindeversammlung über seine Strategie zum «Weissen Wind», zum Dorfladen und der Verschuldung informiere.

Ein Herz für ältere Leute

Ausser als Ersatz für die geschlossenen Restaurants zu dienen, hat der Kindergarten Weihermatt keine Funktion mehr. Nun wird die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft Lägern (GBSG), Wettingen, das Grundstück von der Gemeinde im Baurecht erwerben und ein Haus mit Alterswohnungen erstellen. Nach langer Diskussion hat die Gemeindeversammlung den Vertrag mit 42 gegen 29 Stimmen gutgeheissen. Der Widerstand kam vor allem von Nachbarn. Das Grundstück liegt in der Zone für öffentliche Bauten. Ein Gegner des Vorhabens verlangte deshalb, dass das Grundstück zuerst in die Dorfzone umgeteilt werden müssen. Er unterlag aber mit seinem Antrag. Gemeindeammann René Wehrli zitierte aus einem Schreiben des Kantons, gemäss diesem Alterswohnungen auch in der öffentlichen Zone möglich seien. Einige Votanten zweifelten zudem am Bedarf. Wehrli wies auf die demografische Entwicklung hin, die sehr wohl einen Bedarf an Alterswohnungen zeige. Es wurde weiter vorgeschlagen, dass die Gemeinde das Areal verkaufen solle, um ihre Schulden zu senken. Doch die Gemeinde will das Land an diesem zentralen Ort im Dorf behalten, obwohl, so Wehrli: «Die GSBG würde es sehr gerne kaufen.» Die Genossenschaft hat sich zudem verpflichtet, den Kindergarten abzubrechen und zu entsorgen. Er ist PCB-belastet und folglich Sondermüll. Über einen Antrag, der eine Vorlage für den Verkauf des Grundstücks verlangte, wurde im Einverständnis mit Robert Müller, der ihn gestellt hatte, nicht mehr abgestimmt. Die GBSG ist die grösste Wohnbaugenossenschaft im Aargau. Sie vermietet rund 800 Wohnungen in Baden, Ehrendingen, Obersiggenthal, Wettingen und Wohlenschwil.

Für ein Reitsportzentrum

Ohne Diskussion beschloss die Gemeindeversammlung, dass Freienwil aus der Jugend- und Familienberatung austritt. Um die wirtschaftliche Prosperität des Zedernhofes als Reitzentrum zu sichern, wurde im Bereich der Hofgebäude die Zonenordnung angepasst. Unter anderem beabsichtigt der Reitverein Lengnau und Umgebung, sich dort einzumieten und Turniere durchzuführen.

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