Das Dilemma des Gemeindeammanns

Als Ammann hatte Max Fischer Einsitz in der Projektgruppe. Diese Gruppe, die sich aus den Gemeindeammännern, den Gemeindeschreibern und dem externen Projektleiter zusammensetzt, gab am Schluss ihrer Abklärungen einstimmig eine Empfehlung pro Fusion ab. Einstimmig bedeutet: Auch Max Fischer befürwortet den Zusammenschluss.

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Aargauer Zeitung

Zurück im Gemeinderat sah sich Fischer aber einer ablehnenden Mehrheit gegenüber. Im Sinne des Kollegialitätsprinzips musste er also Ablehnung der Vorlage empfehlen. Vor der Gemeindeversammlung vertrat deshalb Vizeammann Walter Kunz die ablehnende Haltung der Ratsmehrheit, und Fischer äusserte sich nicht weiter dazu.

Nach erfolgter Abstimmung, die ein Nein zur Fusion ergab, erklärte Fischer dann im Sinne einer Rechtsmittelbelehrung, dass die Stimmberechtigten nun die Möglichkeit hätten, das fakultative Referendum zu ergreifen. Und in der AZ vom 28. August wird er zitiert: «Ich bedaure, dass Villnachern ablehnte. Nun hoffe ich auf ein Referendum. 15 Stimmen sollen in dieser wichtigen Frage nicht ausschlaggebend sein.»

Harsche Kritik

In einem Flugblatt, das an alle Haushaltungen verteilt wurde, schreibt der frühere Vizeammann Christoph Bader: «Ganz zuwider ist es, wenn der Gemeindeammann von Villnachern - nach dreimaliger negativer Empfehlung zum Zusammenschluss an Gemeindeversammlungen - sein Bedauern ausdrückt und das Referendum aktiv unterstützt.»

Klare Antwort

Fischer entgegnet darauf: «Ich halte fest, dass ich als Gemeindeammann und Mitglied der Projektkommission das Kollegialitätsprinzip in jeder Situation eingehalten habe, obwohl die beiden Gremien, die ich zu vertreten hatte, unterschiedlicher Meinung waren.» Er stellt klar, dass er nicht dem

Referendumskomitee angehört. Und: «Als Stimmbürger von Villnachern bin ich der Meinung, dass sich alle Stimmberechtigten der beteiligten Gemeinden zu diesem wichtigen Entscheid nochmals an der Urne äussern können, damit das arbeitsintensive Projekt in Würde abgeschlossen werden kann.» (pbe)

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