Corona-Virus

Das Corona-Virus und die Session: Braucht es im Bundeshaus zusätzliche Schutzmassnahmen?

Der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi im Nationalratssaal.

Der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi im Nationalratssaal.

Aus der ganzen Schweiz kommen die National- und Ständeräte kommenden Montag im Bundeshaus für die dreiwöchige Session zusammen. Angesichts des Coronavirus stellt sich für SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi die Frage, ob es zusätzliche Vorkehrungen braucht. Er hat das Bundesamt für Gesundheit um eine Einschätzung gebeten.

Wenn am nächsten Montag die Session beginnt, reisen die 246 Parlamentarier aus allen Landesteilen an, schütteln sich die Hände, arbeiten drei Wochen lang im Bundeshaus. Einige von ihnen waren vermutlich vorher im Ausland, sei es geschäftlich oder privat.

Für SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi stellt sich daher die Frage, ob wegen des Coronavirus spezielle Vorkehrungen im Bundeshaus nötig seien. «Man muss sich überlegen, ob es während der Session zusätzliche Massnahmen braucht», sagt er. Er habe deshalb das Bundesamt für Gesundheit um eine Einschätzung gebeten, was das Coronavirus für den Parlamentsbetrieb bedeute.

Wie die zusätzlichen Massnahmen aussehen könnten, dazu äussert er sich nicht. «Ich bin kein Epidemiologe», sagt er. Bis Ende Woche erhofft er sich eine Antwort. Je nachdem, wie diese ausfalle, «können wir im Büro des Nationalrats das Thema diskutieren».

Desinfektionsmittel ist vorhanden - wie jeden Winter

Bisher wurden keine speziellen Vorkehrungen für die Session getroffen, wie es bei den Parlamentsdiensten heisst. Wie jeden Winter würden Desinfektionspender im Bundeshaus installiert, dies als Vorbeugungsmassnahme gegen die Grippe. Auch sei «eine genügende Reserve an Hygienemasken» vorhanden.

Angelo Barrile, SP-Nationalrat und Hausarzt, sieht der Session trotz Coronavirus entspannt entgegen. «Ich mache mir überhaupt keine Sorgen», sagt er. Ich werde mich nicht anders verhalten als sonst.» Wie immer im Winter sei es wichtig, sich die Hände zu waschen. Weitere Massnahmen seien derzeit nicht nötig, sagt er. «Die Lage kann sich während der dreiwöchigen Session aber natürlich ändern.»

Aeschi kritisierte das BAG am Dienstag auf Twitter. Er sagt: «Ich stelle fest, dass zum Beispiel Südkorea und Italien ganz anders reagieren als die Schweiz. Entweder überschätzen sie die Gefahr – oder das BAG unterschätzt sie.»

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