Baugebiet
Das Baugebiet ist erschlossen

Neun von zehn Erschliessungs- und Überbauungsplänen können in Schöftland ersatzlos aufgehoben werden.

Drucken
Teilen
Baugebiet

Baugebiet

Aargauer Zeitung

Peter Weingartner

Bauverwalter Bruno Bolliger ist stolz: Schöftland hat ausser zwei Sackgassen alle seine Gemeindestrassen gebaut. Erschliessungspläne brauchts fast keine mehr. Ist Schöftland bald «ausgebaut», das Wachstum zu Ende?

«Bis auf zwei Grundstücke sind alle Grundstücke baureif», sagt Bauverwalter Bruno Bolliger. Dabei handelt es sich um die mit 80 Aren grösste unüberbaute Parzelle innerhalb des Baugebiets im Gebiet Wallenhof und um ein Gebiet zwischen Heimatweg und Feldackerstrasse (6300 Quadratmeter). Weil diese Parzelle einem einzigen Besitzer gehört, kann er nach Bedarf erschliessen.

Der Erschliessungsplan bildet die Grundlage für die Erschliessung eines Gebietes. Er legt Strassenverlauf, Strassenbreite und Baulinienabstand fest. «Inselparzellen» ohne Erschliessung werden so vermieden. Er ist auch notwendig, um ein Enteignungsverfahren durchzuführen. Grundbesitzer, die sich gegen einen Strassenausbau wehren, können so gezwungen werden, das benötigte Land abzutreten.

«Einen derartigen Fall hatten wir vor etwa 15 Jahren», erinnert sich Bruno Bolliger. Schliesslich habe man sich doch gütlich geeinigt. Ohne genügende Erschliessung ist die technische Baureife, die für die Erteilung einer Baubewilligung zwingend erforderlich ist, nicht gewährleistet.

Die Erschliessungspläne Nord und Süd liegen bis zum 26. Mai öffentlich auf. Sie ersetzen neun von zehn gültigen Erschliessungsplänen. Vergleicht man die neuen Pläne mit den alten, stellt man fest, dass diverse ursprünglich geplante Strassen ersatzlos gestrichen, die Strassenbreiten teilweise massiv reduziert wurden, auf Gehwege verzichtet oder das Erschliessungskonzept vollständig geändert wurde. So sah ein Erschliessungsplan vor, den Scherbisweg nur als untergeordnete Sackgasse beizubehalten. Gemäss Gestaltungsplan «Sonnenfeld» dient dieser Weg nun als Haupterschliessung für das ganze Quartier.

Verdichtung nach innen

Das Baugebiet von Schöftland sei nun vollständig erschlossen, sagt Bruno Bolliger. Heisst das im Klartext, dass Schöftland nicht mehr wachsen kann? Ein Gebot der Stunde sei der haushälterische Umgang mit dem Boden, sagt Bruno Bolliger. Er sieht denn auch das Wachstum Schöftlands weniger in der Fläche, als viel mehr in einer «Verdichtung nach innen».

So sei zum Beispiel die Erhöhung der Ausnützungsziffer ein «probates Mittel gegen die Zersiedelung der Landschaft». Nutzungspläne sind auf eine Zeitdauer von 15 bis 20 Jahre ausgelegt. Schöftlands gültige Zonenplanung trat 1994 in Kraft. Man warte nun auf das neue Baugesetz und werde sich in den nächsten Jahren intensiv mit der Ortsplanung befassen.