In der soeben in der Zeitschrift "European Societies" erschienen Studie untersuchten die Professoren Giuliano Bonoli des Lausanner Hochschulinstituts IDHEAP und Silja Häusermann von der Universität Zürich 22 eidgenössische Volksabstimmungen zu sozialpolitischen Themen.

Bei 18 der untersuchten Abstimmungen war das Alter ausschlaggebend, während das Einkommen nur in sieben Urnengängen einen Einfluss auf das Abstimmungsverhalten hatte. Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass die verschiedenen Altersgruppen fast durchgehend entsprechend ihrer direkten, materiellen Interessen stimmten und sich nicht für die Bedürfnisse der anderen Altersgruppe interessierten.

Der Einfluss des Alters könne in verschiedenen Bereichen beobachtet werden, teilte das IDHEAP mit. So unterstützten Renterinnen und Rentner eine Stärkung der AHV viel stärker als Junge. Die Wahrscheinlichkeit, dass Personen über 65 Jahren zustimmten, war 2,5 Mal höher als bei den 18- bis 39-Jährigen.

Bei den vier Abstimmungen zur Mutterschaftsversicherung hingegen, die zwischen 1984 und 2004 stattgefunden hatten, war die Wahrscheinlichkeit für ein Ja bei Rentnerinnen und Rentnern dreimal kleiner als bei den 18- bis 39-Jährigen.