Eine der Ursachen für diese Ungleichheit sei die herrschende Vollzeitkultur, heisst es in dem am Montag veröffentlichten Advance Gender Intelligence Report. Bereits Mitarbeitende mit einem Pensum von 80 Prozent würden weniger häufig befördert.

Laut der Studie sind Männer im Vorteil, weil sie in der Regel nach wie vor mehrheitlich zu 100 Prozent arbeiten. Bei den Frauen hingegen liegt der Beschäftigungsgrad im Kader lediglich bei 92 Prozent und im Nichtkader bei 86 Prozent. Zudem nimmt er bei Frauen über 30 Jahren ab - von 94 Prozent auf etwa 85 Prozent.

Um den Anteil von Frauen in Kaderstellen beschleunigt zu erhöhen, müssen die Unternehmen nach Ansicht der Autorinnen den Hebel bei der Beförderungspraxis ansetzen. So sollten Frauen in den Datenbanken mit Mitarbeiter- und Bewerberprofilen jeweils über ihrem prozentualen Anteil in der Belegschaft vorkommen.

Vorgesetzter soll nicht alleine entscheiden

Zudem empfehlen die Verfasserinnen, Beförderungsentscheide von mehreren Personen statt vom direkten Vorgesetzten allein treffen zu lassen. Studien zeigten klar, dass ein Mehraugenprinzip zu objektiveren Entscheiden führe. Flexiblere Karrierewege sowie ein Wandel von einer Präsenzkultur hin zu einer Ergebniskultur könnten ebenfalls einen positiven Einfluss haben, heisst es.

Advance vereint rund 70 grosse und mittlere Unternehmen in der Schweiz und setzt sich für mehr Frauen in den Geschäftsleitungen ein. Die Studie erstellte die Organisation in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen.