Tödlicher Darmkeim
Darm-Epidemie: Schweiz sieht noch keinen Handlungsbedarf

Der EHEC-Darmkeim hat in Deutschland mindestens zwei Tote gefordert. Die Zahl der bestätigten Erkrankungen und Verdachtsfälle stieg auf über 400 Fälle. In der Schweiz ist von dieser Epidemie nichts zu spüren.

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Gefährliches Epidemie:

Gefährliches Epidemie:

Keystone

Jeder Fall einer EHEC-Infektion in der Schweiz muss dem Bund gemeldet werden. Mit 16 Erkrankungen seit Anfang Jahr bewegt sich diese Zahl im üblichen Rahmen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einer Mitteilung festhält.

«Eine Häufung von Fällen wurde bei uns nicht beobachtet», schreibt das BAG. Es bestehe deshalb im Moment kein Handlungsbedarf – auch deshalb nicht, weil sich der EHEC-Ausbruch hauptsächlich auf Norddeutschland beschränke. Der Bund verfolge die Entwicklung aber aufmerksam.

Erste Fälle auch im Süden Deutschlands

Der tödliche EHEC-Keim ist seit der zweiten Maiwoche in Deutschland im Umlauf. Im Jahresdurchschnitt infizieren sich etwa 1000 Menschen mit dem Erreger. Die derzeitige Infektionsrate ist laut Experten aber ungewöhnlich hoch. Erste bestätigte Fälle wurden inzwischen auch aus Süd- und Ostdeutschland gemeldet.

Der EHEC-Erreger kann zu schwerem Durchfall und bei Komplikationen zu akutem Nierenversagen sowie Blutarmut führen. Die meisten Infizierten werden im Spital behandelt, zahlreiche auf der Intensivstation. Das Gesundheitsministerium in Hamburg spricht von einer «ernsten Lage».

Woher der Darmkeim stammt, können Wissenschaftler nicht mit hunderprozentiger Sicherheit sagen. Vor allem ungewaschenes Obst und Gemüse könnte eine Rolle spielen. (sda/pi)