Abtreibung
Darf man wegen des Geschlechts abtreiben? Linke Frauen sagen Ja

Der Fortschritt bei den Gentests stellt die Politik vor eine heikle Debatte: Darf man ein Kind abtreiben, weil einem das Geschlecht nicht passt?

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Ultraschallbilder: Wer soll künftig für Abtreibungen zahlen?

Ultraschallbilder: Wer soll künftig für Abtreibungen zahlen?

Keystone

Weil diese Tests das Geschlecht des Embryos noch innerhalb der Frist für eine legale Abtreibung erkennbar machen, stellt sich plötzlich die Frage: Darf man ein werdendes Kind abtreiben, nur weil einem das Geschlecht nicht passt? Der Bundesrat sagt dazu Nein. Er will es darum Ärzten verbieten, den Eltern das Geschlecht vor Ablauf der zwölften Woche bekannt zu geben.

Gegen dieses Verbot wehren sich nun prominente Frauen, allen voran Anne-Marie Rey, die Mutter der geltenden Fristenregelung. "Damit wird erstmals seit 2002 wieder zwischen 'gerechtfertigten' und 'ungerechtfertigten' Schwangerschaftsabbrüchen unterschieden", sagt sie der "NZZ am Sonntag". Rey befürchtet, dass dies die Diskussion um Abtreibungen wieder neu lancieren wird. "Zuerst geht es um Geschlechterselektion, dann folgt das Down-Syndrom, dann irgendetwas anderes." Der Entscheid über einen Schwangerschaftsabbruch müsse darum in den ersten zwölf Wochen alleine bei der Frau bleiben, auch wenn einem gewisse Folgen nicht gefielen. Ähnlich äussern sich auch die Stiftung Sexuelle Gesundheit, die von der Grünen Nationalrätin Yvonne Gilli präsidiert wird, und die Allianz Gentechfrei von Nationalrätin Maya Graf (Grüne).

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