Darbellay
Darbellay will Kopftuchverbot für Schülerinnen

In der Sendung «Duell Aktuell» auf Tele M1 debattierte Darbellay mit dem Anti-Minarett-Initianten und SVP-Nationalrat Walter Wobmann (SO). Darbellay will keine separaten Friedhöfe mehr, weder für Muslime noch für Juden.

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Hans-Peter Wäfler

Christophe Darbellay reagierte prompt. Kaum stand am Sonntag das Volks-Ja zum Minarett-Verbot fest, bekräftigte der CVP-Chef, im Parlament einen Vorstoss für ein Burka-Verbot einzureichen. Eine Forderung, bei der selbst die SVPKräfte hinter der Anti-Minarett-Initiative gespalten sind. Gestern nun überraschte Darbellay mit weiteren markanten Tönen. In der Sendung «Duell Aktuell» auf Tele M1 debattierte Darbellay mit dem Anti-Minarett-Initianten und SVP-Nationalrat Walter Wobmann (SO) - und CVP-Chef Darbellay wollte Wobmann in nichts nachstehen, wenn es um Ideen ging, wie die Bildung von islamischen Parallelgesellschaften in der Schweiz verhindert werden könne.

FRIEDHÖFE: Auf die Frage, ob es für einzelne Religionen separate Friedhöfe geben soll, antwortete Darbellay: «Nein.» Wo es schon solche gebe, solle man diese zwar belassen. Aber neue soll es keine geben - und Darbellay schloss neben muslimischen Friedhöfen explizit auch jüdische ein: «In Zukunft soll man keine Ausnahmen schaffen.»

KOPFTÜCHER: Auch hier fanden sich Wobmann und Darbellay. Frauen in öffentlichen Funktionen dürften keine Kopftücher tragen, so Darbellay. Ein Kopftuch-Verbot brauche es auch für Schülerinnen, die dazu gezwungen würden. Weiterhin Kopftücher tragen dürften aber katholische Nonnen, meinte der Walliser Nationalrat Darbellay: «Das gehört zu unserer Kultur.»

MINARETTE: Auch für den Fall, dass das Minarett-Verbot dereinst vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als Verstoss gegen die Religionsfreiheit gewertet werden würde, betonte Darbellay: ««In der Schweiz wird kein Minarett gebaut, solange das in der Verfassung steht.» Das gelte auch für das Minarett- Projekt in Langenthal BE, obwohl dieses noch vor dem Minarett- Verbot eingereicht worden sei. Indem Darbellay bei den Themen Burka, Friedhöfen und Kopftücher Verbote ins Spiel bringt, gerät er in der eigenen Partei aber in die Kritik. In einer Mitteilung der CVPBundeshausfraktion hiess es gestern, es sei «keine Lösung», nur mit Verboten zu reagieren. Damit, so CVP-Nationalrat Jacques Neirynck (VD), «würden wir nur der Argumentation der SVP recht geben».
Nationalrätin Kathy Riklin (ZH) sagt, dass Darbellay seine Ideen zwar einbringen könne, «aber als Christophe Darbellay persönlich. Die CVP als Partei muss aufpassen, dass wir jetzt nicht einfach bei diesem Thema der SVP hinterherhinken. Die SVP ist schon einen Schritt weiter, indem sie die Personenfreizügigkeit mit der EU ins Visier nimmt und diese kündigen will.» Auf Unverständnis stösst Darbellay mit seiner Forderung, keine separaten Friedhöfe mehr bauen zu lassen, derweil bei Alfred Donath, dem Ex-Präsidenten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes. «Auch wenn wir wohl keine neuen Friedhöfe brauchen, würde ich so ein Verbot als Angriff auf die Juden betrachten.»