Schweiz

Daniel Koch: «Maskenpflicht ist im Moment noch kein Thema»

Eine Maskenpflicht wie sie ab Mittwoch in Österreich gilt, ist für die Schweiz noch nicht vorgesehen.

Eine Maskenpflicht wie sie ab Mittwoch in Österreich gilt, ist für die Schweiz noch nicht vorgesehen.

Der Bund hat in der Coronakrise bereits für Kredite von 6,6 Milliarden Franken gebürgt. Damit ist bereits ein Drittel des Hilfspakets des Bundes aufgebraucht. Trotz steigender Ansteckungen ist eine Maskenpflicht vorderhand kein Thema.

(sku) Wer ab Mittwoch in österreichischen Supermärkten einkaufen geht, muss eine Schutzmaske tragen. Ab diesem Zeitpunkt gilt im Nachbarland die Maskenpflicht. Eine solche Massnahme sei in der Schweiz vorläufig vorgesehen, erklärte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag vor den Medien in Bern. Es gebe keine Sicherheit, dass das Maskentragen in der Öffentlichkeit einen grösseren Schutz biete als die derzeitigen Massnahmen.

Koch hält zudem fest, dass in der Schweiz pro Tag bis zu zwei Millionen Masken verbraucht würden. Eine Studie der ETH Zürich habe berechnet, dass es 300 Millionen Masken bräuchte, um die gesamte Bevölkerung für den Zeitraum der Pandemie mit Masken zu versorgen. Den berechneten Zeitraum kenne er aber nicht.

«Ansteckung auf null Prozent zu bringen, ist unmöglich»

Derzeit gibt es in der Schweiz 15'475 Infizierte und 295 Todesfälle. «Die Situation scheint über das Wochenende stabil geblieben zu sein», sagt Koch. Das sei ein erstes, kleines Zeichen, dass die bundesrätlichen Massnahmen greifen würden. Nach wie vor sei es für eine Schlussfolgerung aber zu früh.

Die Resultate der Sotomo-Umfrage würden zeigen, dass die Bevölkerung die Massnahmen mehrheitlich umsetze. Das beweise auch die Handydaten-Auswertung der Swisscom. «Jetzt geht es darum, über die Ostertage standhaft zu bleiben», appellierte Koch.

Trotzdem gibt es weiterhin Ansteckungen. Die Ansteckungsrate auf null Prozent runter zubringen, ist laut Koch nicht möglich. Selbst wenn sich alle Schweizerinnen und Schweizer an die harten Massnahmen halten würden, komme es in einer freien Gesellschaft immer wieder zu Kontakten. Das liesse sich nicht verhindern.

6,6 Milliarden Franken für Schweizer KMU

Seit Donnerstag können von der Coronakrise betroffene KMU Notkredite beantragen. Insgesamt sind 115 Banken am Hilfspaket beteiligt. Wie Erik Jakob vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sagte, wurde das Antragsformular seither rund 130'000 Mal heruntergeladen.

Anstieg der Infektionen verlangsamt - 6,6 Mrd. Kredite gesprochen

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Die Zentralstelle der Bürgschaftsorganisation habe 31'853 Kreditvereinbarungen erhalten. Die effektive Verbürgungssumme habe am Sonntagabend rund 6,6 Milliarden Franken betragen. Ein Drittel des gesamten Hilfspakets sei folglich bereits aufgebraucht.

Ob der gesprochene Betrag aufstocken werde, läge in der Verantwortung des Finanzdepartements. Laut Jakob gibt es zurzeit über 132'660 Arbeitslose, was einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent entspräche. Im Tessin seien rund 40 Prozent von Kurzarbeit betroffen. «Das ist der Spitzenwert», sagt Jakob.

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