Jositsch

Daniel Jositsch will in die Regierung

Der SP-Nationalrat aus Stäfa steigt in den Wahlkampf um die Nachfolge von Rita Fuhrer ein.

Daniel Jositsch

Der SP-Nationalrat aus Stäfa steigt in den Wahlkampf um die Nachfolge von Rita Fuhrer ein.

Die SP Kanton Zürich soll mit Daniel Jositsch (44) zur Regierungsrats-Ersatzwahl antreten. Das schlägt die Parteileitung der Delegiertenversammlung in einer Woche vor.

Martin Reichlin

Eine grosse Überraschung war es nach den Gerüchten der letzten Tage nicht mehr, was die Sozialdemokratische Partei des Kantons Zürich, vertreten durch Präsident Stefan Feldmann, gestern an einer Medienkonferenz bekannt gab: Daniel Jositsch, Professor für Straf- und Strafprozessrecht an der Universität Zürich und seit 2007 Mitglied des Nationalrates, soll gegen den SVP-Kandidaten Ernst Stocker (54) antreten, wenn in gut acht Wochen ein Ersatz für die zurücktretende Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer gewählt wird.

Die «veränderte Ausgangslage» nach dem Verzicht der Grünen auf eine eigene Kandidatur habe die SP bewogen, ihren prominenten Bundesparlamentarier ins Rennen zu schicken, erklärte Feldmann. «Wir hätten gerne jemanden von den Grünen unterstützt. Leider haben sie darauf verzichtet anzutreten. Somit ist es die Aufgabe und die Pflicht der stärksten Kraft im links-grünen Lager, den Wählerinnen und Wählern eine echte Auswahl zu garantieren.»

Keine Konkordanz verletzt

Die SP habe diese Rolle nicht gesucht, betonte Feldmann weiter. Doch selbst wenn die Kandidatur von Daniel Jositsch der Partei den Vorwurf eintrage, ihr Anlauf auf einen dritten Regierungssitz sei überrissen und zeuge von einem übertriebenen Machtanspruch, «darf es einfach nicht sein, dass sozial und ökologisch denkende Menschen bei dieser Ersatzwahl keine Alternative zu einem SVP-Kandidaten haben».

Immerhin gehe es bei einer Volkswahl der Kantonsregierung nicht um Konkordanz, sondern darum, wer die besseren Ideen und die stärkeren Persönlichkeiten präsentieren könne. Mit Jositsch habe die SP den idealen Kandidaten gefunden.

Eine Unterstützung der Kandidatur des Grünliberalen Martin Bäumle sei als Alternative nicht in Frage gekommen. «Die GLP fährt eine knallharte bürgerliche Politik. Die Übereinstimmungen bei Fragen der Ökologie reichen nicht aus, um unsere grundlegenden Differenzen zu überbrücken», so Feldmann.

Aus Liebe zum Kanton

Daniel Jositsch betonte gestern, er habe sich den Entscheid, zur Wahl anzutreten, nicht leicht gemacht, schliesslich sei sein Leben als Rechtsprofessor und Nationalrat beruflich und politisch bereits ausgefüllt. Er habe aber sowohl innerhalb der Partei als auch von aussen sehr viel Zustimmung erhalten und sich darum schliesslich «aus Liebe zum Kanton» zur Kandidatur entschlossen.

Auf die Frage, ob er keine Angst habe, gegen die starke SVP zu verlieren, meinte Jositsch: «Wer nicht verlieren kann, muss keine Wahlkämpfe machen.» Sein Verhältnis zwischen Wahlsiegen und Niederlagen betrage zurzeit 4:3.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1