Ferien

Damit Sie nicht plötzlich im Quarantäne-Urlaub landen: Wohin soll die Reise gehen, und wohin lieber nicht?

Griechenland-Ferien sind bei Schweizern hoch im Kurs. Auch die Insel Santorini zählt zu den beliebten Destinationen.

Griechenland-Ferien sind bei Schweizern hoch im Kurs. Auch die Insel Santorini zählt zu den beliebten Destinationen.

Ab dem 15. Juni dürfen die Schweizer endlich wieder Urlaub machen, auch im Ausland. Reisefreudige und die Tourismusbranche schöpfen Hoffnung. Doch wo soll es hingehen? Wo gibt es noch viele Infizierte und wo muss man in Quarantäne? Hier eine Übersicht.

Ob ans Meer in Kroatien oder in die österreichischen Berge: Ab dem 15. Juni darf man wieder Urlaub machen, auch im Ausland. 

Doch ob und wo der Sommerurlaub wirklich stattfinden kann, dürfte auch an den Regelungen der Urlaubsländer selbst hängen. Und: Eine Reaktivierung der Reisewarnung für bestimmte Länder oder Regionen je nach Entwicklung der Neuinfektionen ist ebenfalls möglich. 

ÖSTERREICH: In Österreich selbst hat sich das öffentliche Leben weiter normalisiert. Ab 15. Juni ist das Tragen von Mund- und Nasenschutz nur noch in Bussen und Bahnen, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie für Angestellte in manchen Dienstleistungsberufen Pflicht. Die momentanen Infektionszahlen sind sehr niedrig.

ITALIEN: Hier läuft der Tourismus langsam wieder an. Hotels melden wieder Buchungen - auch wenn längst noch nicht alles offen ist. Nach rund drei Monaten mit Corona-Beschränkungen herrscht seit 3. Juni Reisefreiheit. Das Land öffnete seine Grenzen für Urlauber aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Grossbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne wird von ihnen nicht mehr verlangt. Am 15. Juni sollen auch Kinos, Theater und Opernhäuser wieder aufmachen dürfen. Allerdings sind viele Konzerte langfristig abgesagt. Es gelten weiter Gesundheitsregeln. An Flughäfen, Bahnhöfen sowie in Museen und an anderen öffentlichen Orten müssen Reisende mit Fieber-Scannern rechnen. Am Strand, in Restaurants und Hotels gelten spezielle Abstands- und Hygienevorschriften. Ausreichend Atemschutzmasken sollte man stets dabei haben. Die Fallzahlen gehen in Italien stark zurück. Mit Abstand die allermeisten Fälle hat weiter die Lombardei. Reisende, die mit dem Auto über Österreich in das Mittelmeerland und zurück wollen, müssen derzeit bei der Rückfahrt noch ohne Zwischenstopp durchfahren.

FRANKREICH: In weiten Teilen des Landes haben Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser für Urlauber wieder geöffnet. In Paris dauert das noch bis Ende Juni. Auch die Restaurants empfangen seit letzter Woche im ganzen Land wieder Gäste. Weil Paris sehr schwer vom Virus getroffen wurde, darf dort erstmal nur auf den Terrassen im Freien getrunken und gegessen werden. Freizeitangebote sind nun wieder verstärkt möglich, alle Strände und Parks sind wieder zugänglich. Grosse Museen und Monumente dürfen ebenfalls wieder Besucher empfangen. Berühmte Pariser Museen wie der Louvre oder das Musee d'Orsay öffnen allerdings erst in ein paar Wochen. Ab dem 25. Juni soll der seit Mitte März geschlossene Eiffelturm in Paris wieder geöffnet werden. Allerdings können Besucher dem Betreiber zufolge nur über die Treppen bis in den zweiten Stock des weltberühmten Bauwerks. Die Spitze und Aufzüge sollen zunächst geschlossen bleiben. Ausserdem hält Frankreich an der Aufhebung der Grenzkontrollen am 15. Juni fest. Das heisst, dass Urlauber ab diesem Datum nach Frankreich reisen können.

SPANIEN: Bei Spanien-Freunden herrschte lange Ungewissheit. Seit kurzem darf man zumindest den Sommerurlaub an der Costa del Sol oder an der Costa Blanca planen. Ehe man aber in den Flieger steigen kann, muss man sich noch ein bisschen gedulden: Erst am 1. Juli will der einstige Corona-Hotspot seine Grenzen für ausländische Besucher öffnen. Für die Behörden gilt weiterhin «Safety first». Man werde garantieren, dass weder die Touristen noch die Bürger des Landes Risiken eingehen werden, beteuerte Ministerpräsident Pedro Sánchez.

PORTUGAL: Wer in der zweiten Juni-Hälfte Urlaub hat oder einen Wochenendtrip plant und unbedingt auf die iberische Halbinsel möchte, der kann nach Portugal reisen. Das Land will nämlich schon am 15. Juni seine Grenzen für den ausländischen Tourismus öffnen. Dank einer frühen Reaktion und strikter Massnahmen war das Land am Atlantik viel weniger von Covid-19 betroffen als etwa Spanien.

GRIECHENLAND: Athen hat angekündigt, dass Reisende aus 29 Staaten ab 15. Juni ohne Quarantänepflicht nach Griechenland reisen können, auch aus der Schweiz. Am 1. Juli soll die Lage erneut geprüft werden; dann könnten weitere Staaten hinzukommen. Zunächst soll es Flüge aus dem Ausland nur nach Athen geben. Ab dem 1. Juli sollen auch die Regionalflughäfen für Flüge aus dem Ausland geöffnet werden. Eine Corona-Kontrolle werde es stichprobenartig an den griechischen Flughäfen nach Landung aus dem Ausland geben, teilte Athen mit.

NIEDERLANDE: Der Holland-Urlaub wird wieder möglich - aber nicht ohne Einschränkungen. Urlaubsunterkünfte sollten unbedingt vorab reserviert werden, heisst es in den amtlichen Mitteilungen für ausländische Touristen. Stufenweise öffnen Bungalowparks und es werden auch wieder Ferienhäuser vermietet. Seit dem 1. Juni können sie jeweils von mehreren Familien gemeinsam genutzt werden. Ab dem 15. Juni sollen auf Campingplätzen und in Ferienparks Duschen und WCs wieder zur Verfügung stehen; bisher war dies erst für den 1. Juli vorgesehen. Seit dem 1. Juni empfangen die Museen wieder Besucher - vorausgesetzt, sie melden sich vorher online an. Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen dürfen jeweils maximal 30 Gäste bewirten - allerdings auch nur die, die reserviert haben. Ab Juli sind dann bis zu 100 Gäste erlaubt.

BELGIEN: Wie mehrere europäische Länder kehrt auch Belgien Mitte des Monats ein Stück weit zur Reise-Normalität zurück. Vom 15. Juni an öffnet das Land seine Grenzen für Reisende aus 31 europäischen Ländern. Schon seit längerem dürfen Belgier zumindest wieder Besuch von Verwandten aus dem Ausland empfangen. Zudem dürfen sie selbst zu Verwandten oder zum Einkaufen in Nachbarländer wie Deutschland oder die Niederlande fahren. Mittlerweile haben auch Restaurants, Cafés und Bars wieder den Betrieb aufgenommen. Bei Urlaubern sind sowohl die Nordseestrände im Norden des Landes als auch die belgische Hauptstadt Brüssel und die Wallonie mit den Ardennen beliebt.

GROSSBRITANNIEN: Wer nach Grossbritannien einreist, muss nach seiner Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne. Verstösse werden mit einem hohen Bussgeld bestraft. Fluggesellschaften und Reisebüros fürchten durch die Regelung noch mehr Einbussen. Von der Quarantäne sind Reisende aus Irland, der Isle of Man und den Kanalinseln ausgenommen. Die britische Regierung will mit der neuen Regelung eine zweite Pandemie-Welle verhindern. Sie prüft aber eine Lockerung. Die 14-tägige Selbstisolation könnte demnach künftig nicht für Verbindungen mit Ländern gelten, die die Corona-Krise gut im Griff haben. Solche «Luftbrücken» könnten britischen Medien zufolge schon im Juli eingeführt werden.

DÄNEMARK: Als eines der ersten Länder Europas hatte Dänemark im Kampf gegen Corona am 14. März seine Grenzen dichtgemacht. Touristen und andere Ausländer ohne konkreten Einreisegrund kommen seitdem nicht mehr ins Land. Nun öffnet Dänemark seine Grenzen am 15. Juni  wieder, allerdings nur für Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen. Bedingung ist, dass sie mindestens sechs Übernachtungen ausserhalb Kopenhagens gebucht haben. 

NORWEGEN: Mit einem Sommerurlaub in den norwegischen Fjorden dürfte es nach jetzigem Stand schwierig werden. Die norwegischen Grenzen sind für Ausländer ohne konkreten Einreisegrund seit Mitte März dicht. Norweger dürfen in ihre Heimat zurückkehren, müssen dann aber zunächst für zehn Tage in Quarantäne. Erst Mitte Mai hatte die Regierung mitgeteilt, dass Norwegen-Urlauber damit rechnen müssten, dass das Einreiseverbot bis zum 20. August Bestand haben wird. Am Freitag gab die Regierung bekannt, dass zumindest Dänen ab dem 15. Juni nach Norwegen reisen können. Bis zum 20. Juli will man sich in Oslo anschauen, ob man die Grenzen für Reisende aus einzelnen anderen nahe gelegenen europäischen Ländern öffnen könnte. 

ISLAND: Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik gibt Urlaubern ab dem 15. Juni die Möglichkeit, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. Damit will die isländische Regierung internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft geben. Island-Reisende können auch mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen am Flughafen nachweisen, coronafrei zu sein. Kinder sind von den Tests ausgenommen.

TÜRKEI: Die Türkei hofft ab Mitte Juni wieder auf Touristen und darauf, dass auch die Reisewarnung für Drittländer bald aufgehoben wird. Flughäfen und Hotels bereiten sich schon auf ausländische Touristen vor. Die Einrichtungen müssen sich an zahlreiche Richtlinien halten, an Stränden etwa gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher und in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm entwickelt, an dem sich Gastronomen und Hotels freiwillig beteiligen können.

ZYPERN: Zypern hat seine Flughäfen für Touristen aus einigen Ländern geöffnet. Es gibt lediglich eine Bedingung für die Einreise: Bis zum 20. Juni müssen die Gäste sich vor der Einreise einem Coronatest unterziehen. Danach dürfen Touristen und andere Reisende aus Deutschland, Österreich, Malta, Griechenland, Israel, Bulgarien, Finnland, der Slowakei, Slowenien, Litauen, Norwegen, Dänemark und Ungarn frei einreisen. Sollten Reisende während ihres Aufenthalts auf Zypern an den Folgen einer Coronavirus-Infektion erkranken, will die Regierung der Inselrepublik nach eigener Aussage die Kosten übernehmen.

KROATIEN: Das stark vom Tourismus abhängige Land an der Adria mit seiner langen Küste und den vielen Inseln kann es kaum erwarten, dass die europäischen Grenzen endlich aufgehen. Kroatien erlaubt einigen speziellen Ländern die Einreise ohne Nachweis von Gründen. Die Lockerung betrifft  Deutschland, Österreich, Slowenien, Tschechien, die Slowakei, Polen, Ungarn, Litauen, Lettland und Estland. Reisende aus diesen Ländern müssen künftig an der Grenze lediglich erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit sollen sie gefunden werden können, wenn es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, können Urlauber schon vor der Einreise ein Formblatt auf der Webseite «entercroatia.mup.hr» ausfüllen.

TSCHECHIEN: Das Land der Burgen und Schlösser hat seine Grenzen bereits für Bürger aus Deutschland, Österreich, der Slowakei und Ungarn geöffnet. Die monatelang menschenleere Prager Altstadt füllt sich allmählich wieder mit Leben. Mehrtägige Hotelgäste belohnt die Hauptstadt mit kostenlosen Kulturgutscheinen. Reisende treffen auf ein Land, das vom Coronavirus weitgehend verschont geblieben ist. Ab dem 15. Juni bekommen auch Touristen unter anderem aus Norwegen, der Schweiz, Bulgarien, Rumänien und Griechenland grünes Licht. Wie das Innenministerium inzwischen klargestellt hat, müssen sich Briten, Schweden, Franzosen, Italiener und Spanier noch gedulden.

BULGARIEN: Das Urlaubsland am Schwarzen Meer rüstet sich für eine Sommersaison unter Corona-Auflagen. Die soll für ausländische Touristen  am 1. Juli beginnen. Bulgarien gehört zu den Ländern, die relativ gering von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind. An den langen Badestränden stehen die Liegestühle bereits in grossen Abständen. Dosierspender mit Desinfektionsmitteln sowie Isolierräume für Coronavirus-Fälle sollen zum Standard gehören. Die kleineren Hotels nehmen bereits heimische Touristen auf. Doch Bulgariens Fremdenverkehr hängt stark von Auslandsflügen ab, über die es noch keine Klarheit gibt. Deswegen herrscht grosse Ungewissheit für die grossen Hotels, die vor allem Feriengäste aus dem Ausland unterbringen. In dem Balkanland sind Restaurants, Cafés, Museen, Kinos sowie Fitnesszentren und Shoppingmalls wieder geöffnet.

POLEN: Das Land hält bis zum 12. Juni an Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Ländern fest. Über eine eventuelle Verlängerung dieser Regel wird die Regierung voraussichtlich gegen Ende dieser Frist entscheiden. Das Land bleibt solange für Ausländer geschlossen. Ausnahmen gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Hotels, Einkaufszentren sowie Restaurants und Cafés sind mittlerweile wieder geöffnet. Das gleiche gilt für Friseursalons und Kosmetikstudios. Auch Schwimmbäder und Fitnessstudios sollen demnächst wieder öffnen dürfen.

ÄGYPTEN: Nicht Europa, doch ein beliebtes Reiseziel für Europäer. An Ferienorten wie Hurghada und Scharm el Scheich soll schrittweise wieder Normalität einkehren - so die Hoffnung. Hotels dürfen für einheimische Urlauber seit 1. Juni bei 50 Prozent Belegung bereits wieder öffnen. Dafür erhielten bisher rund 150 Hotels eine entsprechende Genehmigung. Für Urlauber aus dem Ausland sind die Grenzen aber nach wie vor dicht. (dpa/has)

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