Sexueller Missbrauch wird in den Volksschulen je nach Lehrer-Vorliebe mehr oder weniger thematisiert. Im Pflegebereich überlassen viele Kantone die Präventionsarbeit aber vor allem privaten Initiativen.

Bei künftigen Sozial- und Heilpädagogen steht der Umgang mit sexuellem Missbrauch zwar auf dem Programm. Doch «es ist eben nur ein Punkt unter vielen», sagt Corina Elmer, Leiterin von «Limita», der Zürcher Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung von Mädchen und Jungen.

Elmer ortet gerade bei Pflegeheimen grossen Handlungsbedarf. Einerseits ist das Thema an sich schon heikel, es anzupacken braucht für viele Leiter Überwindung. Andererseits ist ein professioneller Umgang damit aber teuer, klare Vorgaben zu erarbeiten ist aufwändig, je nach Klienten fallen sie verschieden aus. Viele Heime verzichten deshalb darauf, das heisse Eisen anzufassen, der Kostenfaktor wird zum Vorwand.

Der Kanton Luzern macht beim Thema sexueller Missbrauch vorwärts. Die Luzerner habe eine Wegleitung erarbeitet, für die teilweise Unterlagen von «Limita» beigezogen wurden.  Damit nicht jedes Heim das Rad neu erfinden muss, geben Corina Elmer und ihre Kollegin Katrin Maurer den Ratgeber «Achtsam im Umgang – konsequent im Handeln» heraus; er erscheint noch diesen Monat. Darin finden Interessierte praktische Anleitungen, wie eine Institution sexuellem Missbrauch begegnen kann.